Verantwortungsbewusst reisen
Reisen hinterlässt Spuren für Umwelt, Klima und lokale Gemeinschaften. Doch welche Entscheidungen machen den Unterschied? Dr. Susanne Etti von Intrepid Travel zeigt, wie du verantwortungsbewusst unterwegs bist und wo die grössten Hebel liegen.
Was verantwortungsbewusstes Reisen heute bedeutet
Die Auswirkungen des Klimawandels sind im Tourismus längst spürbar. Extreme Wetterereignisse treten häufiger auf und beeinflussen auch den Reiseverkehr. Rund acht Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf das Reisen zurück. Ein wesentlicher Teil davon entsteht durch den Transport, insbesondere durch Flüge.
Für Susanne Etti ist klar: Reiseunternehmen tragen Verantwortung. Das betrifft die gesamte Gestaltung: von der Auswahl der Partner bis hin zur Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden und Reisenden.
Die Diskussion rund um nachhaltiges Reisen wird dabei zunehmend reifer. Für viele Unternehmen ist Nachhaltigkeit kein Nebenthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil der Strategie. Entsprechend verschiebt sich auch der Fokus: Statt Emissionen im Nachhinein zu kompensieren, rückt die tatsächliche Reduktion immer stärker in den Mittelpunkt. Transparenz macht die Auswirkungen verschiedener Optionen sichtbar.
Das gilt auch für uns bei Globetrotter. Wenn wir dich beraten und deine Reise planen, entscheiden wir mit. Wir zeigen dir Optionen auf und helfen dir, bewusst zu wählen. So können wir dazu beitragen, dass verantwortungsbewusstes Reisen einfacher wird und sich Schritt für Schritt etabliert.
Die grössten Hebel liegen in der Planung
Wenn du bewusster reisen willst, beginnt vieles schon bei der Planung. Der wichtigste Hebel ist die Wahl des Verkehrsmittels. Flüge und Transporte vor Ort verursachen den grössten Teil der Emissionen. Gleichzeitig unterschätzen viele Reisende genau diesen Punkt und konzentrieren sich stärker auf kleinere Massnahmen.
Ziel ist es, dass verantwortungsbewusste Entscheidungen nicht kompliziert sind, sondern zur naheliegenden Wahl werden. Genau hier setzen gute Planung und transparente Information an.
Gemeinsam mit unseren Globetrotter-Reiseberater*innen kannst du hier ansetzen. Überlege dir, ob du weniger oft reist und dafür länger bleibst. Prüfe, ob du näher gelegene Ziele entdeckst oder Teilstrecken mit Zug oder Bus zurücklegst. Weniger Ortswechsel helfen zusätzlich, Emissionen zu reduzieren.
Weniger reisen, dafür intensiver erleben
Ein zentrales Prinzip ist für Susanne Etti, Qualität vor Quantität zu stellen. Weniger Reisen bedeutet nicht weniger erleben. Oft ist das Gegenteil der Fall.
Wenn du länger an einem Ort bleibst, lernst du ein Reiseziel anders kennen. Du bekommst mehr Zeit für Begegnungen, verstehst den Alltag vor Ort besser und tauchst tiefer ein. Gleichzeitig nimmst du Tempo raus und reduzierst den Druck, möglichst viel in kurzer Zeit zu sehen.
Transport bewusst wählen
Viele Entscheidungen triffst du, bevor deine Reise beginnt. Deshalb lohnt es sich, den Transport früh mitzudenken.
Direkte Verbindungen, weniger Etappen und bewusste Flugwahl machen einen Unterschied. Wir zeigen dir bereits bei der Planung, wie hoch die CO₂-Emissionen verschiedener Optionen sind. So erkennst du schnell, wo Unterschiede entstehen und kannst gezielt entscheiden.
Alternativen zum Fliegen werden dabei immer selbstverständlicher. Mit Zug oder Bus kannst du Teilstrecken bewusst anders planen oder näher gelegene Ziele entdecken. Gerade Zugreisen ermöglichen dir eine entspannte Art zu reisen. Du siehst mehr von der Landschaft und kommst leichter mit anderen Reisenden ins Gespräch. Gleichzeitig verursachst du weniger Emissionen als beim Fliegen.
Wie Intrepid Travel Reisen neu denkt
Nachhaltigkeit beginnt bei Intrepid Travel schon in der Entwicklung neuer Reisen.
Weniger Flüge innerhalb einer Reise
Wo möglich werden Inlandsflüge durch Zug- oder Busverbindungen ersetzt.
Stärkere Ausrichtung auf nähere Reiseziele
Es entstehen gezielt Angebote, die Alternativen zu klassischen Langstrecken bieten.
Zusammenarbeit mit lokalen Partnern
Unterkünfte und Transportpartner werden bewusst ausgewählt und weiterentwickelt, etwa mit Blick auf erneuerbare Energien oder effizientere Lösungen.
Direkte Investitionen in weniger Emissionen
Statt Emissionen nur auszugleichen, fliessen gezielt Investitionen in Projekte zur Reduktion, etwa bei Fahrzeugen oder Energie.
Wirkung vor Ort gezielt stärken
Auch vor Ort lassen sich bewusste Entscheidungen treffen, die einen positiven Einfluss haben. Wenn du in lokalen Unterkünften übernachtest, in kleinen Restaurants isst und bei lokalen Anbietern buchst, bleibt Wertschöpfung in der Region. Genau solche Partner wählen wir bewusst aus. Du unterstützt Menschen direkt und trägst dazu bei, dass Tourismus vor Ort sinnvoll wirkt. Gerade auch abseits stark besuchter Orte kannst du so bewusst entscheiden und Regionen entdecken, die weniger im Fokus stehen.
Ein Beispiel zeigt, wie das konkret aussehen kann
Auf dem Inka-Trail in Peru, auf dem jedes Jahr rund 160 000 Menschen unterwegs sind, hat Intrepid Travel den Einsatz von Einwegplastik stark reduziert. Was lange als selbstverständlich galt, etwa Einwegponchos oder Plastikflaschen, wurde Schritt für Schritt ersetzt.
Gemeinsam mit lokalen Partnern und Behörden startete Intrepid Travel ein Pilotprojekt für eine eintägige Inka-Trail-Tour ohne Einwegkunststoffe. Der Ansatz wurde weiterentwickelt und auf mehrtägige Touren ausgeweitet. Wiederverwendbare und recycelbare Materialien kamen zum Einsatz und reduzierten den Plastikverbrauch deutlich.
Was sich nicht vermeiden lässt, wird vor Ort weiterverarbeitet. Nicht recycelbare Kunststoffe werden zu sogenannten Öko-Ziegeln gepresst und in Gemeinden als Baumaterial genutzt, etwa für Infrastrukturprojekte.
So konnte der Plastikverbrauch um rund 90 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass nicht alle Lösungen sofort umsetzbar sind. Entscheidend ist, dass viele kleine Schritte zusammenspielen und gemeinsam Wirkung entfalten.
Zwischen Anspruch und Realität
Nicht jede Reise lässt sich ohne Flug umsetzen. Gerade bei Fernzielen stellt sich die Frage, wie verantwortungsbewusst Reisen überhaupt sein kann.
Wenn du dich für eine Fernreise entscheidest, begleiten wir dich dabei, die Reise bewusst zu gestalten. Bleibe länger, reduziere Ortswechsel und setze auf lokale Anbieter. So entsteht nicht nur ein intensiveres Erlebnis, sondern auch ein positiver Beitrag.
So reist du bewusster
Reise seltener und bleibe länger an einem Ort. So reduzierst du Emissionen und tauchst tiefer ein. Du lernst Menschen kennen, verstehst den Alltag besser und erlebst dein Reiseziel intensiver.
Viele Weichen stellst du, bevor deine Reise beginnt. Prüfe, ob du dein Ziel auch mit Zug oder Bus erreichst und plane bewusst weniger Stationen.
Direkte Verbindungen und eine bewusste Flugwahl machen einen Unterschied. Wir zeigen dir bereits bei der Planung, wie hoch die CO₂-Emissionen verschiedener Optionen sind. So kannst du vergleichen und gezielt entscheiden.
Übernachte in lokalen Unterkünften, iss in kleinen Restaurants und buche Erlebnisse vor Ort. So bleibt Wertschöpfung in der Region und du erlebst dein Reiseziel authentischer.
Plane bewusst Zeit in der Natur ein, etwa bei Wanderungen oder anderen aktiven Erlebnissen. So erlebst du dein Reiseziel intensiver und reist oft auch klimafreundlicher.
Auch kleine Dinge zählen. Nutze wiederverwendbare Produkte wie eine Trinkflasche oder Stofftasche und reduziere so Abfall unterwegs.
Viele dieser Ansätze spiegeln sich auch im persönlichen Reiseverhalten von Susanne Etti wider. Wenn es möglich ist, reist sie mit dem Zug statt mit dem Flugzeug und setzt bewusst auf naturnahe und lokale Erlebnisse.
Über Dr. Susanne Etti
Dr. Susanne Etti ist General Manager Climate bei Intrepid Travel und promovierte Naturwissenschaftlerin. Sie gestaltet die Klimastrategie des Unternehmens und treibt Themen wie Emissionsreduktion, Transparenz und nachhaltige Entwicklung im Tourismus voran. Mit über zwanzig Jahren Erfahrung gilt sie als eine der prägenden Stimmen im verantwortungsbewussten Reisen und ist international als Expertin gefragt.
Über mich
Meine Liebe zum Reisen begann auf einem Roadtrip entlang der Westküste Amerikas. Seither hat mich die Faszination für das Entdecken neuer Orte und Kulturen nicht mehr losgelassen. Ein besonderes Highlight war ein mehrtägiger Aufenthalt im Dschungel Nordthailands. Ich verständigte mich ohne Worte, und doch führte ich nie bewusstere Gespräche. Dort lernte ich den Dschungel als Ort der Ruhe, Reflexion und Zufriedenheit kennen. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, Dinge nicht als selbstverständlich zu betrachten und das Einfache zu schätzen. Heute entdecke ich die Welt mit meiner Familie. Gemeinsam unterwegs zu sein, eröffnet mir neue Perspektiven und ich sehe vieles wieder mit den staunenden Augen eines Kindes. Wenn ich nicht reise, findest du mich am Wasser oder auf meiner Vespa, irgendwo zwischen Sonne, Wind und Fernweh.
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