Aserbaidschan – Land zwischen Kaspischem Meer und Kaukasus

erlebt von
Doris Laich Globetrotter Zürich Stadelhofen

Im Mai vor ein paar Jahren entschied ich mich, mit einer Freundin, das spannende Aserbaidschan zu erkunden. Ist es Orient oder doch eher Europa? Nachdem mich schon die Bilder aus dem Land des Austragungsortes des European Song Contests fasziniert haben, beschloss ich es endlich mit eigenen Augen zu sehen. Während drei Wochen reisten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Baku nach Tbilisi (Georgien). Zwei davon führten uns in Aserbaidschan von Baku nach Quba bis Xinaliq (Bergwelt) und zurück. Dann ging es weiter nach Lahic, Sheki und Zaqatala (eines der beiden Haselnuss Eldorados von Aserbaidschan. Bei Lagodechi überquerten wir dann zu Fuss die Grenze nach Georgien, für den zweiten Teil der Reise.

Die Flame Towers, das Wahrzeichen Bakus, sind von weit her sichtbar.

Die Flame Towers, das Wahrzeichen Bakus, sind von weit her sichtbar.

Baku | Aserbaidschan
Eine typische Teerunde

Eine typische Teerunde

Sheki | Aserbaidschan
  • Orte
    Ab / bis Baku
  • Empfohlene Reisedauer
    Drei Wochen
  • Transportmittel
    öffentliche Verkehrsmittel
  • Unterkunft
    Guesthäuser, Hotels

Reiseroute

  • Baku

    Die Flame Towers, das Wahrzeichen Bakus, sind von weit her sichtbar. In der Hotelbar in einem der Towers genehmigten wir uns einen Gin Tonic zum Beginn unseres Abenteuers. Ein weiteres Mal gingen wir zurück um dort Geld zu wechseln, was einige Zeit und Geduld in Anspruch nahm.

    Baku
  • Hamam-Eingang

    In diesem Hamam in der Altstadt von Baku ist montags und freitags Frauentag. Der Rest der Woche ist den Männern vorbehalten. Ein einmaliges Erlebnis auch ohne Sprachkenntnisse. Zuerst genoss ich die warme Sauna. Danach wurde ich von einer resoluten Dame geschrubbt, gepeelt und massiert. Am Schluss kam der Schock, mit kaltem Wasser übergossen zu werden! Bei einem Glas Tee habe ich danach gemütlich relaxed, getratscht und gelacht. 

    Hamam-Eingang
  • Shakarbura – Shekerbura, Neujahrssüssigkeit

    Die wohl leckerste Süssigkeit Aserbaidschans neben Baklava. Ein Gebäck aus Mürbeteig und mit Haselnussfüllung. In diesem Shop sind alle Leckereien sehr schön ausgestellt – ein Traum zum Shoppen und sehr einladend. Deshalb kaufen wir, nach eingehender Besichtigung der Auslage, zwei Shakarbura. Als wir draussen davon probieren, kehren wir umgehend in den Laden zurück um eine ganze Schachtel davon zu kaufen. Sie sind sooooo lecker. 

    Shakarbura – Shekerbura, Neujahrssüssigkeit
  • Formula 1

    Jeden September findet der Großer Preis von Aserbaidschan in Baku statt. Leider nicht als ich dort war. Die Hotels sind dann jeweils weit im Voraus gut gebucht. Es gibt ein paar Hotels von denen man direkte Sicht auf die Rennstrecke hat. 

    Formula 1
  • Fountain Plaza

    Auch in Baku sind McDonalds, Zara und alle anderen westlichen Shop-Ketten eingezogen. Auf dem Fountain Plaza treffen sich die jungen, modernen Einheimischen – sehen und gesehen werden ist das Motto. Es wird flaniert und geshoppt in dieser Gegend. Es ist lebhafter als in der Altstadt, die zum Teil etwas ausgestorben wirkt, schön aber steril.

    Fountain Plaza
  • Heydar Aliyev Center

    Das Gebäude wurde im Jahr 2013 von der berühmten Britischen Architektin Zaha Hadid (ursprünglich aus dem Irak) gebaut. Leider konnten wir es nicht von innen besichtigen, da gerade hohe Beamten im Gebäude eine Sitzung hatten. Es ist jedoch auch von aussen beeindruckend. Durch die grossen Glasfenster konnten wir dennoch einen Blick hineinwerfen. Einfach ein geniales Bauwerk.
    Heydar Aliyev Center
  • Yanar Dagh: Abseron Halbinsel

    Der Yanar-Dagh-Berg brennt schon seit einem Jahrtausend. Bei Nacht ist das Feuer noch eindrücklicher als bei Tag. Heiss ist es in beiden Fällen. Durch die unterirdischen Gasvorkommen wird das Feuer stetig genährt.
    Yanar Dagh: Abseron Halbinsel
  • Feuertempel Ataschgah

    Dies ist ein von Hindus aus Baku erbauter Feuertempel. Genutzt haben ihn aber auch die Zoroastrier. Unser Guide hat diesen Tempel nicht gekannt, sich aber sehr interessiert gezeigt und herumgefragt um uns dann zu informieren. Auch hier brannte einst ein «ewiges Feuer» (entzündet durch natürliches Gasvorkommen). Heute allerdings wir dieses «künstlich» am Leben gehalten.
    Feuertempel Ataschgah
  • Astronauten in Azerbaidschan?

    In der Wüste Gobustan suche ich nach den Petroglyphen. Die finde ich auch, aber was soll dieses komische Ding? Es ist eine supermoderne Version eines Fernrohres. Aber leider ist es kaputt. Ich lasse den «Astronauten» hinter mir und betrachte stattdessen die historischen Felszeichnungen.

    Astronauten in Azerbaidschan?
  • Xinaliq

    Das Dorf Xinaliq ist Ausgangspunkt für Trekkings. Übernachtet wird bei Einheimischen oder unterwegs im Zelt. Über die Berge im Norden liegt Russland. Die Leute hier oben leben sehr einfach. Wir haben einen Tagesausflug von Quba aus, im russischen 4x4, unternommen. Die Fahrt war abenteuerlich, hat sich aber auf jeden Fall sehr gelohnt. Das Wetter hätte etwas besser sein dürfen, aber wie bei uns ist es in den Bergen sehr wechselhaft. Strassenblockaden durch Schafe sind nicht ungewöhnlich      

    Xinaliq
  • Dorfladen

    Im Dorfladen von Xinaliq kriegt man alles. Wir fragen nach Chai und Gebäck. Davon kriegen wir nicht nur ein oder zwei Stück sondern einen ganzen Sack voll, für sehr wenig Geld. Kleine Quantitäten ist man sich hier nicht gewohnt. Das Gebäck ist sehr fein. 

    Dorfladen
  • Baklavabäcker in Quba

    Auf Erkundungstour in Quba kommen wir an vielen Baklavabäckereien vorbei. Quba ist DIE Baklava-Hauptstadt. In einer der vielen Bäckereien schauen wir rein und sehen zu, wie die Süssigkeit gemacht wird.  Prompt bekommen wir eine honigtriefende Kostprobe, welche uns sehr gut schmeckt, aber auch sehr mastig ist. 

    Baklavabäcker in Quba
  • Abwasserrinne

    Auf den Dächern von Quba gibts die schönsten Abwasserrinnen von ganz Aserbaidschan. Sie sind geschmackvoll verziert und dienen als hübsche Fotosujets.

    Abwasserrinne
  • In der Tee-Gaststube

    Auf der Rückfahrt von Quba nach Baku nimmt uns der Fahrer des öffentlichen Busses unter seine Fittiche. Er spricht zwar kein Englisch und wir kein Aseri, aber mit Händen und Füssen verständigen wir uns dennoch. Während der Pause bedeutet er uns, mitzukommen. In der Fahrer-Gaststube wird uns Tee kredenzt. Wir packen dazu unsere feinen Shakarburas aus, und laden ihn und die "Gastwirten" ein. Fast verpassen wir durch das Teekränzli die Abfahrt. In Baku fährt er uns dann noch an den richtigen Busbahnhof, damit wir den Bus Richtung Lahic erwischen.

    In der Tee-Gaststube
  • Schlucht nach Lahic

    Der Bus nach Ismaylli hält an der Garage bei der Abzweigung nach Lahic, wie es im Reiseführer beschrieben ist. Es ist auch unser Ausstiegsort. Wir packen unser Gepäck und gehen über die Strasse zu den drei Autos und ihren Fahrern, welche dort auf Fahrgäste warten. Alle drei Wagen sind Ladas, zum Teil mit kaputten Hinterscheiben. Nachdem wir uns über den Fahrpreis geeinigt haben, gehts los. Die Fahrt nach Lahic und durch die Schlucht ist sehr eindrucksvoll und mit einigen Kurven. Im Allgemeinen haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Taxifahrern, hier in Aserbaidschan, gemacht.

    Schlucht nach Lahic
  • Kupferschmid

    Lahic, einst bekannt für seine traditionellen Kupferschmiede, wo handgefertigte Samowars und Wasserkrüge erworben werden konnten, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Unter der Woche ist es ruhig und idyllisch. Am Wochenende kommen die Leute aus Baku und Umgebung und es herrscht mehr Betrieb. In der Umgebung kann man schöne Wanderungen unternehmen. 

    Kupferschmid
  • Kebab- Grilleur

    Eine Hauptspeise in Aserbaidschan ist Kebab. Damit die Holzkohle schneller brennt, wird auch gerne mit dem Fön nachgeholfen. Sobald das Holz etwas verglüht ist, werden die feinen Spiesse aufgelegt. Der Duft schürt den Hunger und lässt den Magen knurren. 

    Kebab- Grilleur
  • Brot aus dem Tandoor

    Nach dem Genuss des Kebab, spazieren wir durch Lahic. Da kommen wir an einer Art Zeltbehausung vorbei. Daneben steht ein Tandoor und darin "kleben" Fladen an der Wand. Das frische Brot liegt schön aufgereiht daneben. Wir kaufen uns ein paar Fladen und zusammen mit Fetakäse und Oliven vom Markt, ist das unser Abendessen, welches wir in unserer Unterkunft auf dem Balkon mit Aussicht, geniessen. 

    Brot aus dem Tandoor
  • Teekränzli

    Eine typische Teerunde: die Männer sitzen draussen bei Tee und Zigaretten und diskutieren über Gott und die Welt. Die Frauen sieht man praktisch nicht im öffentlichen Leben.

    Teekränzli
  • Sommerpalast in Sheki

    Im Gegensatz zum Khanpalast (Winterpalast), darf man im Sommerpalast im Innern fotografieren. Es ist atemberaubend schön und erinnert mich stark an den Iran. Die Hüterin des Sommerpalastes lädt uns nach der Besichtigung auf Tee und Gebäck ein. Um den Tee zu süssen gibt es unter anderem Rosenkonfitüre. Von dieser kaufe ich ein Glas. Leider überlebt es den Transport nach Hause nicht. Irgendwie ist der Deckel undicht und läuft aus und verklebt alles. Aber fein ist sie, die Rosenkonfitüre. 

    Sommerpalast in Sheki
  • Albanische Kirche (Tempel) in Kish

    Etwas nördlich von Sheki liegt Kish. Mit dem Bus fahren wir dahin um die Albanische Kirche (Tempel) mit ihrer spannenden Geschichte, zu besichtigen. Es ist die älteste Kirche/Tempel im Kaukasus und sehr eindrücklich. Sogar Thor Heyerdahl war dort.

    Albanische Kirche (Tempel) in Kish
  • Wasserversorgung in Kish

    Ob ganz Kish eine solche Wasserversorgung hat, weiss ich nicht. Auf jeden Fall ordnet hier die alte Frau den Schlauch für die Wasserzufuhr zu ihrem Hause, offensichtlich war er geknickt und sie hatte kein Wasser mehr. Wie sie ihren Schlauch unter all den anderen Schläuchen erkennt, ist mir ein Rätsel. 

    Wasserversorgung in Kish
  • Sheki

    Ein hübsches, an den Hang gebautes, Städtchen. Hier verlängern wir auf der Immigration, offiziell, unseren Aufenthalt in Aserbaidschan. Bis wir das richtige Gebäude finden, ist es allerdings eine Odyssee. Auch unser Fahrer findet es nicht auf Anhieb und muss einige Leute am Strassenrand fragen. Nur wenige kennen allerdings dieses Gebäude. Als wir es dann endlich finden, ist es eine Sache von 10 Minuten bis wir das nötige Papier haben. Mit den Beamten halten wir dann noch ein kleines Schwätzchen, bevor wir  Sheki  unsicher machen.  

    Sheki
  • Zaqatala, die Haselnusshauptstadt

    Auf der Fahrt nach Zaqatala sieht man viele Haselnussplantagen. Dies ist eine Region wo viele Haselnüsse angebaut werden. Die andere Region ist um Guba-Khachmaz. Die Altstadt von Zaqatala ist gut erhalten. Es gibt zwar nicht mehr viel zu sehen, nur eine zerfallene Kirche, eine Moschee und die Festung. Es ist aber auch einfach spannend, nur im Café sitzen, und die Menschen zu beobachten.

    Weiter geht es dann mit dem Bus zur Grenze nach Lagodechi (Georgien). Die Grenze überschreiten wir zu Fuss.  

    Zaqatala, die Haselnusshauptstadt

Was kostet diese Reise?

Interesse geweckt? Hier findest du die wichtigsten Informationen, die du für eine erste Einschätzung zu diesem Reiseerlebnis benötigst. Wenn nicht anders angegeben ist der Preis für alle Leistungen auf der Basis von zwei Reisenden und/oder einer Belegung im Doppelzimmer kalkuliert.

Preis pro Person
ab CHF 1500.–
Alle Preisangaben sind Richtpreise in der jeweils angegebenen Währung. Stand bei Veröffentlichung. Programmänderungen vorbehalten. Eine kompetente Reiseberatung sowie tagesaktuelle Preise erhältst du in deiner Globetrotter-Filiale.

  • Unterkünfte
  • öffentliche Busse

  • internationale Flüge
  • Essen
  • Ausflüge
  • Trinkgelder

Angebotsnummer: 28463

Fokus Umwelt & Soziales

Verantwortungsbewusst Reisen
  • um den ökologischen Fussabdruck so gering wie möglich zu halten, haben wir uns entschlossen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. 
  • Ebenfalls möglich, wäre die Reise mit einem privaten lokalen Fahrer und Guide um die Wertschätzungskette zu berücksichtigen. 
Doris Laich

Doris Laich

Mein Lieblingsort Vancouver bietet einen optimalen Einstieg in die Kanada-typische Unendlichkeit – und damit in die grenzenlose Freiheit, welche ich so sehr schätze. Nebst meiner Liebe zur freien Natur pflege ich auch ein kurioses Hobby: Als treue Supporterin begleite ich das Schweizer Davis-Cup-Team von Match zu Match – sei’s nach Marokko, «down under» oder sonst wohin. Will ich allerdings meinen nächsten Traum – eine Reise auf der Transsib mit Endstation Japan – tatsächlich verwirklichen, werde ich wohl auf einige Games verzichten müssen.

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Wissenswertes rund um Aserbaidschan

Beste Reisezeit

Legende:
Beste Reisezeit
Geeignete Jahreszeit
Weniger geeignete Reisezeit
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Aserbaidschan x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x

Die beste Reisezeit für Aserbaidschan ist zwischen April und Oktober wenn es vielerorts warm und trocken ist. In den tiefergelegenen Küstenregionen am Kaspischen Meer, wo auch die Hauptstadt Baku liegt, wird es insbesondere im Juli und August mit Temperaturen bis 40°C teilweise sehr heiss und die Luftfeuchtigkeit ist hoch.

Alles über Aserbaidschan

Alle Länderinfos über Aserbaidschan findest du hier bequem für dich zusammengestellt.:

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