Ghana, Togo und Benin – die bewegende Geschichte Westafrikas

erlebt von
Naima Kleeb Globetrotter Luzern

Mit der Zeit wuchs in mir der Wunsch, etwas speziellere und weniger bekannte Destinationen zu entdecken. Westafrika stand dabei von Anfang an ganz oben auf meiner Wunschliste. Lange schwankte ich zwischen Senegal und Ghana, doch am Ende machte Ghana das Rennen. Das Land wirkte auf mich grüner, mit fast einem karibischen Flair, und zudem wird Englisch statt Französisch gesprochen, was mir entgegenkommt.

Ich entschied mich für eine Gruppenreise, da ich als alleinreisende Frau gewisse Bedenken hatte. Obwohl ich nach bisher zwei Gruppenreisen dieser Reiseform gegenüber noch immer etwas zwiegespalten bin, gab ich ihr nochmals eine Chance. Rückblickend war das definitiv die richtige Entscheidung, denn es sollte keine ganz einfache Reise werden.

Begleitet mich auf den Spuren der bewegenden Geschichte Ghanas sowie seiner Nachbarländer Togo und Benin. 

Sonnenuntergang nähe Elmina.

Sonnenuntergang nähe Elmina.

Die goldene Küste Ghanas
  • Orte
    Accra–Cotonou
  • Empfohlene Reisedauer
    Zweieinhalb Wochen
  • Transportmittel
    Bus und Boot
  • Unterkunft
    Mittelklassehotels

Reiseroute

  • Magick

    Ich komme in Accra, der Hauptstadt von Ghana, an. Es ist drückend heiss, chaotisch, überwältigend und vielleicht sogar ein wenig einschüchternd. Bevor ich meine Reisegruppe zum ersten Mal treffe, bleiben mir noch zwei Tage, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

    Natürlich führt mich mein erster Weg zum berühmten Voodoo-Markt. Zwischen den obligatorischen Liebeszauber-Puppen und allerlei mystischen Utensilien gibt es hier jedoch auch Dinge zu sehen, die weit weniger faszinierend sind. So werden beispielsweise Schwänze von männlichen Löwen oder getrocknete Echsen zum Verkauf angeboten. Ein Anblick, der mich eher traurig stimmt als neugierig macht. Daher beschliesse ich schon bald: Nichts wie weg von hier!

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    Der beste Spot für People Watching in Accra: Labadi Beach, der lebendige Stadtstrand.
    Magick
  • Holperdipolter

    Inzwischen habe ich meine Gruppe kennengelernt und wie so oft ist es ein bunter Mix aus Nationalitäten und Persönlichkeiten. An meinem dritten Morgen fahren wir los. Unser Bus wird während der nächsten zweieinhalb Wochen nicht nur unser Fortbewegungsmittel, sondern tagsüber auch unser Zuhause auf Rädern sein. Die Fahrt beginnt allerdings ziemlich holprig. Rund um Accra scheinen sämtliche «Highways» im Bau zu sein. Statt Asphalt gibt es ockerfarbene Erde, und statt eines gemütlichen Nickerchens wird man ordentlich durchgeschüttelt.

    Dafür bekommen wir sofort einen ersten Eindruck vom Land. Entlang der Strassen sind unzählige Menschen unterwegs, viele Frauen balancieren scheinbar mühelos riesige Lasten auf ihren Köpfen. Ich habe tatsächlich das Gefühl, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein. Aber genau das hatte ich mir auch erhofft.

    Unser Ziel ist die Küstenstadt Elmina, wo wir als Erstes den Fischmarkt besuchen. Einer der lebendigsten Orte, die ich je erlebt habe. Überall herrscht geschäftiges Treiben, es wird gehandelt, getragen, sortiert und gelacht.

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    Übernachtungstipp: Das Lemon Beach Resort.
    Holperdipolter
  • Zwiespalt

    Am ersten Abend an der Küste erleben wir einen beeindruckenden Tanzauftritt. Frauen und Männer, Jung und Alt, treten gemeinsam auf, bauen Pyramiden, tanzen mit Feuer und werfen sich mit voller Energie in die Show. Es ist unmöglich, nicht hinzuschauen. Bei solchen Vorführungen gehört es – für mich leider – oft dazu, dass Zuschauerinnen oder Zuschauer auf die Bühne geholt werden und spontan mittanzen sollen...

    Gleichzeitig spüre ich in solchen Momenten auf Reisen oft einen gewissen Zwiespalt. Natürlich finde ich die Darbietung faszinierend, aber manchmal frage ich mich auch, welche Rolle ich als Zuschauerin dabei spiele. Sitze ich hier als privilegierte Touristin und lasse mich unterhalten? Denke ich zu viel darüber nach? Oder projiziere ich meine eigenen Gedanken auf eine Situation, die für die Tänzerinnen und Tänzer ganz selbstverständlich ist? Ein Thema, auf das ich bis heute keine klare Antwort habe.

    Zwiespalt
  • Let's talk about the history

    Als geschichtsinteressierte Person wusste ich bereits vor dieser Reise einiges über das düstere Kapitel des transatlantischen Sklavenhandels. Doch die Orte zu besuchen, an denen all das tatsächlich passiert ist, ist noch einmal etwas ganz anderes.

    Wir besichtigen mehrere sogenannte Castles – ein Name, den ich angesichts ihrer Geschichte ziemlich unpassend finde. Meine Reaktion fällt stärker aus als erwartet. In den engen Räumen zu stehen, in denen Hunderte von Menschen unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt waren, teilweise über Monate hinweg, ohne Tageslicht und ohne sanitäre Einrichtungen, geht mir näher, als ich gedacht hätte. Und dabei war das erst der Anfang ihres Leidenswegs.

    Dieses Kapitel der Geschichte hat mich vor, während und nach der Reise begleitet. Je mehr ich darüber erfahren habe, desto deutlicher wurde mir, wie tief seine Spuren bis heute reichen.

    Let's talk about the history
  • Morgendliche Kajaktour

    Wir wenden uns auf der Reise auch den leichteren Dingen des Lebens zu, zum Beispiel einer morgendlichen Kajaktour. Ghana ist sehr grün, tropisch und voller Wasserwege. Oft ist das Meer, ein Fluss oder eine Lagune nie weit entfernt.

    Die Menschen begegnen uns meist freundlich, wirken aber zunächst eher zurückhaltend. Mein junger Kajak-Guide bildet da keine Ausnahme. Doch nach etwa einer Stunde ist das Eis gebrochen, wir plaudern und machen Witze miteinander. Als wir uns verabschieden, ruft er mir grinsend «Bye Mom!» hinterher. Kurz zuvor hatten wir noch darüber gelacht, dass ich fast 25 Jahre älter bin als er.

    Morgendliche Kajaktour
  • Never forget

    Ich will doch noch einmal auf den transatlantischen Sklavenhandel zurückkommen. Das hier ist der Eingang zu einem Kerker, von den Europäern ganz «charmant» mit einem Totenkopf gekennzeichnet.

    Die Zahlen dahinter sind eigentlich kaum vorstellbar. Schätzungsweise 12,5 Millionen Menschen wurden aus Afrika verschleppt. Etwa 10,7 Millionen erreichten die Amerikas lebend, rund 2 Millionen starben bereits auf der Überfahrt über den Atlantik.

    Was in diesen Zahlen oft vergessen geht: Viele Menschen starben schon lange vorher. Sie wurden gefangen genommen, über Hunderte von Kilometern zur Küste getrieben und oft wochen- oder monatelang in Burgen und Kerkern wie diesem eingesperrt. Hunger, Krankheiten, Gewalt und die unmenschlichen Bedingungen kosteten bereits dort unzähligen Menschen das Leben. Wie viele genau, weiss niemand. Historiker gehen aber davon aus, dass es Millionen weitere Opfer waren.

    Die Küsten des heutigen Ghana, Togo und Benin spielten dabei eine zentrale Rolle. Von hier wurden über Jahrhunderte hinweg Millionen von Menschen verschifft. Ihre Nachfahren leben heute in den USA, der Karibik sowie in Mittel- und Südamerika. Allein in den USA zählen sich über 45 Millionen Menschen zur afroamerikanischen Bevölkerung.

    Ich weiss, Zahlen sind oft abstrakt. Aber wenn man direkt vor einem Ort wie diesem steht, bekommen sie plötzlich ein anderes Gewicht. Man schaut auf eine Tür, auf ein paar alte Mauern und versucht sich vorzustellen, was hier passiert ist. Und trotzdem bleibt es eigentlich unmöglich, das wahre Ausmass dieser Tragödie zu begreifen.

    Never forget
  • Kraftort

    Das hier bin ich an einem meiner absoluten Lieblingsorte der gesamten Reise: Der sogenannten Bamboo Cathedral liegt im äussersten Westen Ghanas, nahe der Grenze zur Elfenbeinküste. Dieser magische Ort liegt mitten im Ankasa Nationalpark und strahlt eine Ruhe und Erhabenheit aus, die man auf Fotos kaum einfangen kann.

    Und genau hier zeigt sich für mich einer der Nachteile von Gruppenreisen. Während ich am liebsten den ganzen Tag dort verbracht hätte, oder eine Nacht oder zwei, drängt unser Guide bereits nach einer halben Stunde wieder zum Aufbruch. Rein in die Safari-Jeeps, weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit.

    Bamboo Cathedral, eines Tages komme ich zurück. Und dann bleibe ich länger, viiiel länger!

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    Übernachtungstipp: Ankasa Reserve Lodge.
    Kraftort
  • Welcome to Togo

    Jede Region der Welt scheint ihre eigene «Schweiz» zu haben. Westafrika bildet da keine Ausnahme. Hier soll das angeblich Togo sein. Und ich merke schon am ersten Tag, warum.

    Es wirkt hier spürbar geordneter als im Nachbarland Ghana. Am Strassenrand liegt deutlich weniger Abfall, die Strassen sind in besserem Zustand und insgesamt wirkt vieles einfach etwas aufgeräumter.

    Das kleine Land zwischen Ghana und Benin war vor dieser Reise für mich ein grosses Fragezeichen. Ehrlich gesagt wusste ich kaum etwas darüber. Das Erste, was auffällt: Togo ist eines der schmalsten Länder Afrikas, wenn nicht sogar der Welt. Theoretisch könnte man es an einem einzigen Tag von Süden nach Norden durchqueren.

    Trotz seiner bescheidenen Grösse bietet Togo erstaunlich viel Abwechslung. Auf kleinstem Raum finden sich Strände, Regenwälder, Bergdörfer und traditionelle Kulturen. Fast so etwas wie Westafrika im Miniformat.

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    Hoteltipp in Lomé, der Hauptstadt: ONOMO.
    Welcome to Togo
  • Tree Hugger

    Von der Hauptstadt Lomé an der Küste fahren wir durch kleine, spannende Dörfer in meine Lieblingsgegend dieses kleinen Landes: den Mount Agou und seine Umgebung. Ganz schön grün hier!

    Mit einem lokalen Guide streifen wir durch den Wald, vorbei an Schmetterlingen und riesigen Bäumen. Und ich kann mal wieder meiner grossen Liebe für «Gstrüpp» aller Art frönen.

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    Hoteltipp in der Gegend um den Berg: Hotel Parc Residence.
    Tree Hugger
  • Wie aus einem Märchen

    Wir sind nun ganz im Norden des Landes, fast an der Grenze zu Burkina Faso. Die Landschaft wird zunehmend trockener, heisser und irgendwie mediterraner. Manchmal fühle ich mich fast ein wenig nach Marokko versetzt.

    Heute besuchen wir Koutammakou, eine UNESCO-Welterbestätte und die Heimat der Batammariba. Die Kulturlandschaft ist berühmt für ihre traditionellen Lehmbauten, die sogenannten Tata-Häuser. Diese sehen aus wie kleine Burgen und werden bis heute nach überlieferten Techniken gebaut. Koutammakou gilt als eines der eindrücklichsten Kulturdenkmäler Westafrikas.

    Ich fühle mich hier wie in einem Märchen. So merkwürdige und fremdartige Häuschen habe ich noch nie gesehen.

    Leider ist die Hitze fast unerträglich und die zahlreichen Souvenirverkäufer sind ziemlich aufdringlich. Dadurch fällt es mir schwer, diesen magischen Ort wirklich in Ruhe auf mich wirken zu lassen.

    Wie aus einem Märchen
  • Schamane

    Nach einer langwierigen Grenzüberquerung von Togo nach Benin kommen wir im Norden des Landes an. Benin gilt als das Voodoo-Land schlechthin, und ich fühle mich vom ersten Augenblick an sehr wohl hier.

    Noch mehr, als wir in einem sehr ursprünglichen Dorf zwei Schamanen besuchen. Jeder hat sein Spezialgebiet. Dieser hier ist offenbar besonders gut darin, Schlangenbisse zu heilen.

    Als eine aus unserer Gruppe ihn fragt, was sein Tipp für ein glückliches Leben sei, antwortet er ganz trocken: «Patience.»

    Ich musste schmunzeln. Irgendwie hatte ich bei einem Schamanen mit einer etwas geheimnisvolleren Antwort gerechnet. Aber vielleicht liegt die grosse Weisheit ja genau darin, dass die einfachen Dinge meistens die schwierigsten sind.

    Schamane
  • Carcosa

    Als Nächstes besuchen wir Dankoli, einen der mächtigsten Voodoo-Schreine des Landes. Manche behaupten sogar von ganz Westafrika.

    Was für Touristen wie ein chaotischer Haufen aus Holz, Federn, Palmöl und Tierknochen aussieht, ist für die Gläubigen einer der heiligsten Orte Benins. Das Besondere an Dankoli: Hier braucht es keinen Priester als Vermittler. Die Menschen richten ihre Wünsche direkt an die Geister. Genau das macht diesen Ort so einzigartig.

    Wer eine Bitte hat, schlägt oft einen Holzpflock in den Schrein, übergiesst ihn mit Palmöl oder Alkohol und formuliert seinen Wunsch. Geht dieser später in Erfüllung, kehrt man zurück, um sich bei den Geistern zu bedanken.

    Als grosser Fan der Südstaaten der USA, insbesondere von New Orleans und seiner mystischen Voodoo-Geschichte, kommt mir das hier alles erstaunlich vertraut vor. Und als Fan der ersten Staffel von «True Detective» fühle ich mich ohnehin sofort in eine andere Welt versetzt. Irgendetwas an diesem Ort erinnert mich an Carcosa, jenen unheimlich-mythischen Schauplatz aus der Serie, wo der «König in Gelb» hausen soll... Die erste Staffel von «True Detective» läuft auf HBO, in der Schweiz eventuell bei Sky. Ein kleiner Servicehinweis zum Schluss: Bitte vergesst die zweite Staffel komplett. Danke.

    Carcosa
  • Why me?!

    Es muss an meinen derzeit extrem blonden Haaren liegen, aber bei praktisch jeder Tanzzeremonie, der wir beiwohnen, werde ich auf die «Bühne» gezerrt.

    Wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, ist mir das jeweils ausgesprochen unangenehm. Aber ich will die Einheimischen ja nicht vor den Kopf stossen. Also bewege ich mein weisses Füdli mehr schlecht als recht im Takt, mache mich zum Affen und hoffe, dass die Vorstellung bald vorbei ist.

    Why me?!
  • Das Königreich von Dahomey

    Wir kommen nach Abomey, in eine der interessantesten Gegenden eines ohnehin unglaublich spannenden Landes, das mir täglich mehr ans Herz wächst.

    Hier befand sich vom 17. bis ins späte 19. Jahrhundert das Königreich Dahomey, eines der mächtigsten Reiche Westafrikas. Es war für seine gut organisierte Verwaltung bekannt und wurde weit über die Landesgrenzen hinaus gefürchtet und respektiert.

    Berühmt wurde Dahomey auch durch seine weiblichen Elitekriegerinnen, den sogenannten «Amazons von Dahomey». Sie dienten als königliche Leibgarde und sollen teilweise als Inspiration für die Kriegerinnen im Film «Black Panther» gedient haben.

    Die Königspaläste von Abomey zählen heute zum UNESCO-Welterbe und gelten als eines der bedeutendsten historischen Zeugnisse Westafrikas. Ich bin völlig verzaubert von diesem Ort. Besonders angetan haben es mir die ausgestellten Schmuckstücke, Kleider und königlichen Insignien. Ob sie nun Königinnen, Prinzessinnen oder sonst jemandem aus dem Hofstaat gehörten, kann ich euch ehrlich gesagt nicht genau sagen. Aber wunderschön waren sie auf jeden Fall...

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    Filmtipp «Black Panther» (USA, 2018)
    Das Königreich von Dahomey
  • Voodoo Heartland

    Wir nähern uns dem Herzen des Landes, dem Voodoo Heartland, und ich fühle mich jeden Tag ein bisschen mehr verzaubert.

    Hier dürfen wir einer traditionellen Zeremonie beiwohnen – allerdings nur für eine halbe Stunde, während sie insgesamt den ganzen Tag dauert. Was wir sehen, ist schwierig zu beschreiben. Trotz vieler Erklärungen und noch mehr Fragen bleibt uns vieles fremd und rätselhaft.

    Sagen wir es so: Noch nie zuvor war ich Menschen in Trance so nah. Menschen, die sich mit Messern selbst ritzen und dabei in einer völlig anderen Welt zu sein scheinen. Es ist gleichzeitig faszinierend und beängstigend. Ein Erlebnis, das mich noch lange beschäftigen wird.

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    Übernachtungstipp in der Gegend, gleich am Strand: La Casa del Papa.
    Voodoo Heartland
  • Chamäleon-Tempel

    Das hier war vielleicht mein Lieblingsort in Benin: ein Voodoo-Tempel in Form eines Chamäleons. Soweit ich verstanden habe, symbolisiert das Chamäleon im Voodoo eine besonders mächtige göttliche Kraft, eine Art höchste Instanz über den anderen Gottheiten.

    Die Atmosphäre dieses Ortes ist schwer zu beschreiben. Es war wieder sehr «True Detective»-mässig: Heiss, still, irgendwie unheimlich und gleichzeitig unglaublich faszinierend und magnetisch.

    Wie ein paarmal auf dieser Reise hat es mich gestresst, dass wir mit der Gruppe nur wenig Zeit hatten. Ich hätte problemlos den ganzen Tag dort verbringen können. Nicht einmal, um etwas Bestimmtes zu tun. Ich wollte einfach nur dort sein und diese Stimmung aufsaugen.

    Genau wie bei der Bamboo Cathedral hatte ich das Gefühl: Hier komme ich zurück. Also, Chamäleon-Tempel, wir sehen uns wieder. Und wer weiss, vielleicht darf ich beim nächsten Mal sogar an einer Zeremonie im Innern des Tempels teilnehmen...

    Chamäleon-Tempel
  • Das Venedig Afrikas

    Hinter der Hauptstadt Cotonou liegt der Lac Nokoué. An seinem nördlichen Ende befindet sich die Pfahlbautensiedlung Ganvié. Mit über 20'000 Einwohnern gilt sie als das grösste Dorf Afrikas, das vollständig auf dem Wasser gebaut wurde.

    Gegründet wurde Ganvié vermutlich im 16. oder 17. Jahrhundert von Menschen des Tofinu-Volkes, die sich vor den Sklavenjägern des Königreichs Dahomey in Sicherheit bringen wollten. Da diese aus religiösen Gründen das Wasser nicht betreten durften, bot der See einen natürlichen Schutz.

    Bis heute spielt sich das Leben hier fast ausschliesslich auf dem Wasser ab. Die Menschen bewegen sich mit Pirogen fort, Kinder fahren mit kleinen Kanus zur Schule und sogar der Markt findet auf dem See statt. Nicht umsonst wird Ganvié oft als das «Venedig Afrikas» bezeichnet.

    Das Venedig Afrikas
  • Amazonen unter sich

    In der Hauptstadt Benins, Cotonou, steht diese neue Bronzestatue. Sie ist 30 Meter hoch und erinnert an die Agojie, auch bekannt als die Dahomey-Amazonen. Das war eine rein weibliche Militäreinheit des ehemaligen Königreichs Dahomey.

    Die Frauen galten als besonders mutige und starke Kriegerinnen und kämpften während Jahrhunderten für ihr Königreich. Europäer verglichen sie damals mit den Amazonen aus der griechischen Mythologie, daher stammt auch ihr berühmter Spitzname.

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    Filmtipp: «The Woman King» (basiert auf den Agojie, USA 2022)
    Amazonen unter sich
  • Allzu Menschliches

    Zweieinhalb Wochen mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe unterwegs zu sein, mit unterschiedlichen Nationalitäten, Persönlichkeiten, Eigenheiten und Ansichten, ist alles andere als einfach. Manchmal fühlte es sich eher wie ein grosses psychologisches Experiment an als wie eine Reise.

    Zu behaupten, wir hätten uns alle jederzeit blendend verstanden, wäre nicht ehrlich. Es gab Menschen, mit denen ich sofort gut klargekommen, und andere, denen ich gelegentlich lieber aus dem Weg gegangen bin. Das lässt sich kaum vermeiden, wenn völlig unterschiedliche Charaktere für längere Zeit auf engem Raum zusammen unterwegs sind.

    Und trotzdem: Mit etwas Abstand schaue ich gerne auf diese Zeit zurück. Denn auch wenn gewisse Menschen anstrengend waren und manche Situationen Nerven gekostet haben, gehörte genau das irgendwie dazu. Es war interessant zu beobachten, wie unterschiedlich Menschen ticken, reisen und auf dieselben Erlebnisse reagieren.

    Am Ende waren wir einfach eine Gruppe von Menschen, die zufällig zur gleichen Zeit am gleichen Ort gelandet ist. Nicht immer harmonisch, manchmal anstrengend, oft aber auch unterhaltsam.

    Allzu Menschliches
  • Fazit

    Dieser Bierflaschen-Sarg aus Accra könnte durchaus mein zukünftiger Sarg sein. Aber eigentlich geht es gar nicht um den Sarg selbst. Irgendwie steht er für mich sinnbildlich für Westafrika.

    Die berühmten Särge in Ghana sind oft bunt, verspielt und bringen einen zum Schmunzeln. Gleichzeitig geht es dabei um den Tod. Genau dieser Kontrast hat mich während der ganzen Reise begleitet. Hinter vielem steckt eine Geschichte von Schmerz, Verlust oder schwierigen Lebensumständen. Und trotzdem begegnen einem die Menschen mit einer Kreativität, einem Humor und einer Lebensfreude.

    Genau so werde ich diese drei Länder in Erinnerung behalten: Voller Widersprüche. Nicht immer einfach, nicht immer bequem, aber sehr lebendig.

    Ob ich bald wieder zurückkehre? Wahrscheinlich nicht. Dafür war es zu heiss, zu intensiv und ehrlich gesagt auch zu anstrengend. Aber mein Herz schlägt für Westafrika. Und vielleicht ist dies das grösste Kompliment, das ich dieser Region machen kann. Denn obwohl mich vieles gefordert hat, möchte ich die Erfahrung nicht missen.

    Falls du so einen farbenprächtigen Sarg erwerben möchtest: Der Laden heisst «Fantasy Coffins» und befindet sich in Accra, der Hauptstadt Ghanas.

    Fazit

Was kostet diese Reise?

Interesse geweckt? Hier findest du die wichtigsten Informationen, die du für eine erste Einschätzung zu diesem Reiseerlebnis benötigst. Wenn nicht anders angegeben ist der Preis für alle Leistungen auf der Basis von zwei Reisenden und/oder einer Belegung im Doppelzimmer kalkuliert.

Preis pro Person
ab CHF 5000.–
Alle Preisangaben sind Richtpreise in der jeweils angegebenen Währung. Stand bei Veröffentlichung. Programmänderungen vorbehalten. Eine kompetente Reiseberatung sowie tagesaktuelle Preise erhältst du in deiner Globetrotter-Filiale.

  • Gruppenreise inkl. Transfers
  • Übernachtungen in Mittelklasse-Hotels (Zweierbelegung)
  • Aktivitäten

  • Flug
  • Visen
  • Trinkgelder
  • Diverse Mahlzeiten

Angebotsnummer: 135217

Fokus Soziales, Umwelt & Tierwohl

Verantwortungsbewusst Reisen

Die Menschen und Gemeinden vor Ort unterstützen – diesen Ansatz bezeichnet der Veranstalter als Gemeindetourismus. Unter dem Motto «G for Good» setzt er auf konkrete Initiativen, die sicherstellen, dass die Reisen einen nachhaltigen Nutzen schaffen und den Menschen sowie den besuchten Orten direkt zugutekommen.

Wie viel vom Reisepreis bleibt in der Region? Antworten darauf gibt der «Wert für den lokalen Einfluss» (englisch: Ripple Score). Die Skala von 1 bis 100 zeigt für jede Reise, wie stark das Geld der Reisenden direkt vor Ort wirkt. Je höher der Wert, desto grösser ist der positive Beitrag für die lokale Bevölkerung und die besuchten Gemeinden.

Gemeinsam mit seinem gemeinnützigen Partner Planeterra unterstützt der Veranstalter lokale Gemeinschaften dabei, vom Tourismus zu profitieren. Ob Kulturprojekte, Bildungsangebote oder nachhaltige Einkommensmöglichkeiten – die Projekte stärken die Menschen vor Ort und tragen dazu bei, dass die Wertschöpfung langfristig in den bereisten Regionen bleibt. So wird Reisen zu einem Gewinn – sowohl für die Gäste als auch für die lokale Bevölkerung.

Naima Kleeb

Naima Kleeb

Ein weltoffenes Naturell, die Liebe zum Rock’n’Roll und Reisen wurden mir schon in die Wiege gelegt. Bereits mit sechs Jahren tingelte ich mit meiner Familie im kleinen Wohnmobil ein halbes Jahr lang durch die USA. Kaum erwachsen, machte ich mich allein auf, die Welt zu erkunden. Die erste grosse Reise führte mich ein Jahr lang mit dem Rucksack quer durch Lateinamerika. Danach zog es mich immer wieder in die Ferne, besonders gerne auf den amerikanischen Kontinent. Kein Wunder also, dass ich schliesslich für ein paar Jahre in New York City strandete, ehe ich meinen Weg zurück in den vertrauten Schoss von Globetrotter fand. Egal, wohin das Leben mich auch führt – ob an ein europäisches Musik Festival, in Charles Bukowski’s Stammkneipe am Sunset Strip oder ein asiatisches Schweigekloster – ich fühle mich überall auf dieser Welt zuhause!

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Wissenswertes rund um Ghana

Beste Reisezeit

Legende:
Beste Reisezeit
Geeignete Jahreszeit
Weniger geeignete Reisezeit
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Ghana x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x

Die beste Reisezeit für Ghana ist während der Trockenperioden von Oktober bis März, wenn die Regenfälle gering und die Temperaturen angenehm sind. Im Süden können von April bis Juni kurze Regenschauer auftreten, während die zweite Regenzeit von Juli bis September vor allem die Küstenregionen betrifft. Der Norden Ghanas bleibt während dieser Zeit hingegen weitgehend trocken.

Alles über Ghana

Alle Länderinfos über Ghana findest du hier bequem für dich zusammengestellt.:

Wissenswertes rund um Togo

Beste Reisezeit

Legende:
Beste Reisezeit
Geeignete Jahreszeit
Weniger geeignete Reisezeit
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Togo x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x

Die beste Reisezeit für Togo ist die Trockenzeit von November bis März, da das Klima in diesen Monaten relativ angenehm ist und es nur wenig regnet. Besonders von Dezember bis Februar sind die Temperaturen moderater und die Luftfeuchtigkeit niedriger, was das Reisen im ganzen Land erleichtert. Die Regenzeiten, die je nach Region vor allem von April bis Juli sowie nochmals von September bis Oktober auftreten, können starke Niederschläge mit sich bringen und das Reisen teilweise erschweren, insbesondere auf schlecht ausgebauten Straßen. Insgesamt eignen sich die trockenen Monate am besten für Rundreisen, Strandaufenthalte und Aktivitäten im Landesinneren.

Alles über Togo

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Wissenswertes rund um Benin

Beste Reisezeit

Legende:
Beste Reisezeit
Geeignete Jahreszeit
Weniger geeignete Reisezeit
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Benin x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x

Die beste Reisezeit für Benin liegt in der Trockenzeit von November bis April, wenn die Temperaturen angenehm sind und kaum Regen fällt. Während der Regenzeit von Mai bis Oktober kommt es teils zu heftigen Schauern, die Luftfeuchtigkeit ist hoch und Verkehrswege werden zum Teil unpassierbar.

Alles über Benin

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