Freiwilligenarbeit auf Bali – zwischen Kultur, Menschen und Naturschutz

erlebt von
Sabrina Eberhard Globetrotter Luzern

Bali ist für viele ein klassisches Ferienparadies. Für mich wurde die Insel während drei Wochen Freiwilligenarbeit zu einem zweiten Zuhause. Zwischen Tierpflege, Kinderbetreuung, kulturellen Begegnungen und gemeinsamen Abenteuern mit Freiwilligen aus aller Welt durfte ich Bali auf eine Weise erleben, die den meisten Reisenden verborgen bleibt.

Schnorcheln mit Mantarochen.

Schnorcheln mit Mantarochen.

Nusa Penida
  • Orte
    Bali, Indonesien
  • Empfohlene Reisedauer
    21 Tage
  • Transportmittel
    Organisierte Transportmittel von dem Projekt, Taxi, Fähre
  • Unterkunft
    Volunteerhouse

Meine Highlights

Reiseroute

Während drei Wochen führte mich meine Reise durch verschiedene Regionen Balis. Neben meinem Einsatz als Freiwillige in Tabanan erkundete ich an den Wochenenden einige der schönsten Orte der Insel: Von den Reisterrassen in Ubud über den Mount Batur bis hin zur Nachbarinsel Nusa Penida.

  • Ankommen in Tabanan

    Nach einem langen Flug lande ich am Sonntag auf Bali. Mein persönlicher Fahrer des Projekts holt mich am Flughafen ab und bringt mich zur Unterkunft in Tabanan. Noch am selben Nachmittag beginnt mein Abenteuer als Freiwillige. Gemeinsam mit den anderen Freiwilligen treffen wir uns zum ersten Kennenlernen. Die Stimmung ist sofort locker und offen, alle versuchen, neue Leute kennenzulernen und sich in dieser neuen Umgebung zurechtzufinden.

    Zurück im Zimmer richte ich mich ein. Anfangs ist alles ungewohnt: neue Mitbewohnende, eine neue Kultur und ein völlig anderer Alltag. Gleichzeitig wächst die Vorfreude auf die kommenden drei Wochen.

    Ankommen in Tabanan
  • Erster Tag als Freiwillige in Tabanan

    Am nächsten Morgen startet das offizielle Programm. Nach einer Präsentation über die Organisation und ihre verschiedenen Projekte lernen wir unsere Ansprechpersonen kennen und erfahren, wie sich das Projekt entwickelt hat. Anschliessend stellt sich jeder der Freiwilligen mit Namen, Herkunft und einem kleinen Fun Fact vor. Danach gehen wir gemeinsam Bargeld abheben und erhalten einen Rundgang durch Tabanan.

    Schnell wird klar: Tabanan hat wenig mit dem touristischen Bali gemeinsam. Hier begegnen wir fast ausschliesslich Einheimischen. Deshalb wird uns auch erklärt, wie wichtig respektvolle Kleidung ist und dass wir uns eher bedeckt kleiden sollten.

    Erster Tag als Freiwillige in Tabanan
  • Erster Einsatz im AREC Center

    Meine erste Woche verbringe ich im Wildtiere- und Umweltprojekt. Gleich am ersten Arbeitstag geht es ins AREC Center, wo wir uns um Hunde kümmern, die auf ein neues Zuhause hoffen. Wir gehen mit ihnen spazieren, geben ihnen Essen, spielen mit ihnen und reinigen ihre Gehege. Viele der Tiere freuen sich jedes Mal riesig, wenn wir morgens ankommen.

    Erster Einsatz im AREC Center
  • Strandreinigung

    Am Nachmittag fahren wir zu einem lokalen Strand und nehmen an der Strandreinigung teil. Gemeinsam sammeln wir grosse Mengen an Plastik und anderem Abfall ein, bevor alles von Hand sortiert und recycelt wird. Erst dort wird mir bewusst, wie gross das Problem der Plastikverschmutzung auf Bali tatsächlich ist.

    Strandreinigung
  • Einsatz im Wildtierschutz

    Am zweiten Tag besuchen wir zum ersten Mal das «Wildlife Rescue Centre». Dort leben Tiere, die verletzt aufgefunden oder aus illegalem Tierhandel gerettet wurden. Besonders eindrücklich bleibt mir ein kleiner Babyvogel in Erinnerung, den wir mit einer Pinzette und winzigen Würmern füttern mussten – fast so, als würden wir die Rolle seiner Mutter übernehmen. Neben dem Füttern bereiten wir auch das Futter für andere Tiere vor und reinigen die Gehege.

    In den nächsten Tagen wechseln sich Wildlife Rescue Centre, AREC Center und weitere Strandreinigungen ab. Kein Tag gleicht dem anderen, und ich lerne eine Seite Balis kennen, die den meisten Reisenden verborgen bleibt.

    Einsatz im Wildtierschutz
  • Balinesischer Kultur-Abend

    Auch die Abende sind voller neuer Eindrücke. Bei einem freiwilligen Kulturabend erfahren wir, weshalb die Balinesen täglich kleine Opfergaben vor ihre Häuser und Tempel legen. Anschliessend dürfen wir diese selbst herstellen und lernen dabei viel über Religion und Traditionen.

    Danach bereiten wir gemeinsam ein traditionelles balinesisches Dessert zu, einen dünnen Teig mit Kokosnussfüllung, der ein wenig an einen Crêpe erinnert. Solche kleinen Einblicke machen deutlich, wie eng Kultur und Alltag auf Bali miteinander verbunden sind.

    Balinesischer Kultur-Abend
  • Tanah Lot: Tempel-Besuch mit anderen Freiwilligen

    An einem weiteren Abend besuchen wir den berühmten Tanah-Lot-Tempel. Pünktlich zum Sonnenuntergang geniessen wir dort ein Abendessen mit Blick auf den Tempel und das Meer; es ist einer der schönsten Momente der ersten Woche.

    Diese Pläne entstehen immer ganz spontan in der Unterkunft. Wenn ich da nicht mitgegangen wäre, hätte ich viele meiner Freunde, mit denen ich die ganzen drei Wochen zusammen war, nicht so gut kennengelernt.

    Tanah Lot: Tempel-Besuch mit anderen Freiwilligen
  • Ein Abend, den wir nie vergessen werden

    Nicht jedes Abenteuer ist geplant.

    Eines Abends möchten wir gemeinsam ein Strandrestaurant in der Nähe von Tabanan besuchen. Ein Grab-Fahrer (Grab ist ein Fahrdienst in Asien) bringt uns hin, setzt uns ab – und plötzlich stehen wir mitten im Nirgendwo. Zuerst müssen wir das Restaurant auf Google Maps suchen, nur um dann festzustellen, dass es komplett menschenleer ist – obwohl auf Google «beliebte Besuchszeit» angezeigt wird.

    Als wir zurückfahren möchten, beginnt das eigentliche Abenteuer: Keine Grab-Fahrerin oder Grab-Frahrer nimmt unsere Anfrage an. Also machen wir uns zu Fuss auf den Rückweg, zweieinhalb Stunden lang.

    Unterwegs werden wir immer wieder von bellenden Strassenhunden verfolgt. In der Ferne hören wir eine singende Frau, und auf Google Maps entdecken wir ein angebliches Taxiunternehmen, welches sich vor Ort als völlig verlassenes Gebäude entpuppt. Endlich akzeptiert ein Fahrer unsere Fahrt, doch weil der Treffpunkt falsch gesetzt ist, storniert er die Buchung wieder. Kurz darauf fährt er an uns vorbei und bietet an, uns doch mitzunehmen – allerdings zum doppelten Preis.

    Zu seinem Pech nimmt genau in diesem Moment ein anderer Fahrer unsere Anfrage an und bringt uns sicher zurück zur Unterkunft. Noch heute lachen wir über diesen Abend, auch wenn einer unserer Freunde seitdem deutlich mehr Respekt vor Strassenhunden hat.

    Ein Abend, den wir nie vergessen werden
  • Wochenende in Ubud – Tempel und Reisfelder

    Nach der ersten Arbeitswoche machen wir uns gemeinsam auf den Weg nach Ubud. Unser erster Halt ist der wunderschöne Batukaru-Tempel in den Bergen. Anschliessend spazieren wir durch die beeindruckenden Jatiluwih-Reisterrassen und geniessen ein indonesisches Buffet mit Blick über die grünen Felder.

    Am Nachmittag nehmen wir an einer traditionellen Reinigungszeremonie im Gunung-Kawi-Sebatu-Tempel teil und besuchen später eine Kaffee- und Teeplantage.

    Wochenende in Ubud – Tempel und Reisfelder
  • Mount Batur: Wanderung

    Am nächsten Morgen klingelt der Wecker bereits um 2 Uhr früh. Noch im Dunkeln machen wir uns auf den Weg zum Mount Batur. Die Wanderung ist wunderschön, aber kurz vor Sonnenaufgang auch noch unglaublich kalt. Gleichzeitig sind wir natürlich völlig müde, doch als die Sonne langsam hinter den Bergen aufgeht, ist alles vergessen. Die Aussicht über den Vulkan und den See ist jede einzelne Minute frühen Aufstehens wert. Später lassen sich sogar einige Affen blicken.

    Nach der Wanderung entspannen wir in den Thermalquellen und geniessen unser Mittagessen mit Blick auf den Batur-See und den Vulkan. Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit unseren Freunden in einer Villa am Pool, denn wegen eines Feiertags ist der Verkehr in Ubud komplett verrückt. Selbst kurze Fahrten dauern viermal länger als normal.

    Am letzten Tag unseres Wochenendausflugs besuchen wir den Ubud Market, den Tegenungan-Wasserfall, den Monkey Forest und zum Abschluss noch einmal den Tanah-Lot-Tempel, bevor wir nach Tabanan zurückkehren.

    Mount Batur: Wanderung
  • Zeit mit den Kindern

    In der zweiten und dritten Woche wechsle ich ins Kinderbetreuungsprojekt. Jeden Morgen verbringen wir Zeit mit Kindern die zwischen drei und vier Jahren alt sind. Gemeinsam singen wir englische Kinderlieder wie «Baby Shark», tanzen, spielen und bringen ihnen erste englische Wörter, Farben und Zahlen bei.

    Der Tagesablauf wiederholt sich zwar täglich, doch gerade die Kinder machen jeden Tag einzigartig. Schon nach kurzer Zeit erkennen sie uns wieder. Sie laufen auf uns zu, umarmen uns, setzen sich auf unseren Schoss und freuen sich sehr, wenn wir wiederkommen.

    Mit der Zeit entwickeln sich richtige kleine Freundschaften. Einige Kinder stürzen sich regelrecht auf mich, sobald ich das Klassenzimmer betrete. Diese ehrliche und unbeschwerte Freude gehört zu den schönsten Erinnerungen meiner gesamten Freiwilligenarbeit.

    Zeit mit den Kindern
  • Canggu

    Auch ausserhalb der Arbeit verbringen wir viel Zeit gemeinsam. Viele Abende gehen wir nach Canggu essen und einkaufen und holen dabei unsere besten Verhandlungsfähigkeiten hervor. Andere Abende verbringen wir in Sanur, dessen entspannte Atmosphäre uns so gut gefällt, dass wir später noch mehrmals dorthin zurückkehren.

    Canggu
  • Uluwatu

    An einem Freitag fahren wir nach Uluwatu, um einige der Frewilligen zu besuchen, die sich an diesem Wochenende verabschieden. Wir gehen gemeinsam einkaufen, entspannen am Strand und geniessen die letzten Stunden miteinander.

    Uluwatu
  • Wochenende auf Nusa Penida

    Am nächsten Morgen setzen wir von Sanur mit der Fähre nach Nusa Penida über und starten direkt zu einer Schnorcheltour. Am berühmten «Manta Point» haben wir grosses Glück und sehen gleich mehrere Mantarochen. Entsprechend viele Boote und Taucher sind dort unterwegs. Noch mehr begeistern uns jedoch die ruhigeren Schnorchelplätze mit ihrem glasklaren Wasser, den bunten Korallen und den unzähligen tropischen Fischen.

    An Land besuchen wir Crystal Bay, Kelingking Beach und Broken Beach. Am nächsten Tag erkunden wir mit einem privaten Fahrer den Osten der Insel und besuchen Diamond Beach, Atuh Beach und weitere Aussichtspunkte, bevor wir am Nachmittag nach Bali zurückkehren.

    Wochenende auf Nusa Penida
  • Strandtag

    In der nächsten Woche angekommen, erwartet uns ein Höhepunkt an einem lokalen Strand, wo wir Baby-Meeresschildkröten ins Meer freilassen dürfen. Zu beobachten, wie die kleinen Schildkröten ihren Weg in den Ozean finden, ist einer der emotionalsten Momente meiner Reise.

    Anschliessend spielen wir gemeinsam Beachvolleyball, sitzen bei einem kleinen Lagerfeuer zusammen und kommen noch einmal mit den neu angekommenen Freiwilligen ins Gespräch.

    Strandtag
  • Die letzten Tage auf Bali

    Mit Beginn der dritten Woche wird uns langsam bewusst, wie schnell die Zeit vergangen ist.

    An meinem letzten Abend fahren wir nochmals nach Sanur essen und verbringen später einige Stunden mit Freunden in einer Villa in Canggu. Der Abschied fällt uns allen schwer.

    Die letzten Tage auf Bali
  • Bye Bye, Bali!

    Bevor ich Bali endgültig verlasse, erfülle ich mir noch einen letzten Wunsch: Ich buche für einige Stunden ein Hotel in Kuta, lasse dort mein Gepäck und gehe ein letztes Mal surfen. Zwei Stunden verbringe ich im Wasser und geniesse jede einzelne Welle. Danach dusche ich im Hotel und verbringe meine letzten Stunden entspannt in einem Beach Club in der Nähe des Flughafens.

    Als ich schliesslich Richtung Flughafen aufbreche, nehme ich weit mehr mit nach Hause als nur Souvenirs. Ich durfte eine Seite Balis kennenlernen, die den meisten Reisenden verborgen bleibt: den Alltag der Einheimischen, den Einsatz für Tiere und Umwelt, die Arbeit mit Kindern und Freundschaften mit Menschen aus der ganzen Welt.

    Bali war für mich weit mehr als ein Reiseziel. Die drei Wochen als Freiwillige haben mir gezeigt, wie bereichernd es sein kann, Zeit zu schenken, Verantwortung zu übernehmen und eine Kultur nicht nur zu besuchen, sondern sie für kurze Zeit mitzuleben.

    Bye Bye, Bali!

Was kostet diese Reise?

Interesse geweckt? Hier findest du die wichtigsten Informationen, die du für eine erste Einschätzung zu diesem Reiseerlebnis benötigst. Wenn nicht anders angegeben ist der Preis für alle Leistungen auf der Basis von zwei Reisenden und/oder einer Belegung im Doppelzimmer kalkuliert.

Preis pro Person
ab CHF 1340.–
Alle Preisangaben sind Richtpreise in der jeweils angegebenen Währung. Stand bei Veröffentlichung. Programmänderungen vorbehalten. Eine kompetente Reiseberatung sowie tagesaktuelle Preise erhältst du in deiner Globetrotter-Filiale.

  • Projektkosten (Unterkunft, Verpflegung (Frühstück, Mittag- und Abendessen), Flughafentransfer)
  • Einführung vor Ort, privater Transport zum Projekt, 24-Stunden-Betreuung

  • Wochenend-Programm
  • Freizeitaktivitäten
  • Trinkgeld
  • Flüge

Angebotsnummer: 136323

Gut zu wissen – Freiwilligenarbeit auf Bali

Verantwortungsbewusst Reisen

Dauer: 3 Wochen
Standort: Tabanan, Bali
Unterkunft: Mehrbettzimmer mit anderen Freiwilligen
Projekte: Wildtierschutz (AREC Center, Strandreinigung usw.), Englischunterricht und Kinderbetreuung
Freizeit: organisierte Wochenendausflüge sowie gemeinsame Aktivitäten mit anderen Freiwilligen aus aller Welt
Besonderheit: Freiwilligenarbeit bietet die Möglichkeit, Bali abseits der bekannten Touristenorte kennenzulernen und gleichzeitig einen Beitrag zum Tier-, Umwelt- und Sozialschutz zu leisten

Sabrina Eberhard

Sabrina Eberhard

Am liebsten bin ich dort, wo Freunde und Familie sind. Das sind auch Orte in Spanien, Costa Rica – oder Nicaragua: Mein schönstes Reiseerlebnis war, die Isla de Ometepe auf dem Motorroller zu erkunden und danach mit Aussicht auf einen Vulkan im See zu baden. Offen und spontan wie ich bin, wäre es mein grösster Traum, einmal mehrere Monate in einem anderen Land zu leben, um dessen Sprache, Kultur und Menschen kennenzulernen. Auf die Ausbildung bei Globetrotter hat mich meine Stärke gebracht – Sprachen liegen mir sehr.

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Indonesien x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x

Als beste Reisezeit für Indonesien, mit seiner grossen geografischen Ausdehnung und den dadurch zum Teil voneinander abweichenden, unterschiedlichen Klimazonen, gilt für die meisten Regionen die Trockenzeit von Mai bis Oktober, sowie die Übergangsmonate April und November. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen ganzjährig zwischen 26°C und 28°C und variieren somit nur gering. Während den regenreicheren Monaten von November bis März kommt es oft zu starken, tropischen Regenschauern und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Zwischendurch scheint aber immer auch die Sonne.

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