Editorial
Wege und Widersprüche
Liebe Weltentdeckerinnen und Weltentdecker
Fotografin Chiara Wettmann porträtiert staatenlose Menschen im Libanon. Die 32-Jährige tut das auf eine sanfte, liebevolle und gleichzeitig so eindringliche Weise, dass sie 2024 für ihre Arbeit den hoch dotierten Walo Kamm Award for Human Rights gewinnt. Der Preis ehrt Fotografinnen und Fotografen, die mit ihrer Arbeit zu Demokratie, Menschenrechten und politischer Bewusstseinsbildung beitragen. Chiara erhält 15000 Franken und eine Mentorenbegleitung für ihre Langzeitreportage. Und jetzt zeigen wir ihre Bilder im Globetrotter-Magazin, ab Seite 70 in dieser Ausgabe. Eine so offensichtlich hochpolitische Reportage habe in einem Reisemagazin nichts zu suchen, könnte man jetzt sagen, und niemand würde ernsthaft widersprechen. Wenn es um irgendein Reisemagazin ginge.
Das Globetrotter-Magazin aber ist kein gewöhnliches Reisemagazin. Es ist ein Magazin, das dazu einlädt, die Welt in all ihren Facetten zu entdecken. Für uns ist Reisen Begegnung, Auseinandersetzung, Perspektivenwechsel. Unterwegs öffnen wir uns für Landschaften, Kulturen, Gerüche, Klänge und Geschmäcker. Und eben auch für Geschichten, die nicht in eine Instagram-Story, in den WhatsApp-Status oder auf eine Postkarte passen.
Im Libanon, und so sagt es Chiara selbst, könne man sich auch in Krisenzeiten wie jetzt problemlos mit einem Hafermilchkaffee auf eine Sonnenliege in einem Beachclub legen und dem schönen Leben frönen. Wer sich aber wie die Fotografin, die zwei Drittel des Jahres in Beirut lebt, für die anderen Seiten öffnet, merkt rasch, wie eng Schönheit und Bruch an so vielen Orten der Welt nebeneinanderliegen. In dem kleinen Land leben Tausende Menschen, die offiziell nicht existieren: Sie haben keine Papiere und keine Rechte. Sie können keine Schule abschliessen, keinen anerkannten Beruf erlernen, keine Ehe eintragen lassen, nicht am politischen Leben teilnehmen.
Diesen Kindern, Frauen und Männern gibt Chiara mit ihrer Arbeit ein Gesicht – und wir, indem wir die Bilder abdrucken.
Denn Reisen bedeutet, sich einzulassen, nicht nur auf Orte, sondern auch auf Realitäten. Politische Themen machen das Unterwegssein intensiver, sei es vor Ort oder im Kopf. Die Bilder aus dem Libanon erinnern Menschen wie mich daran, welch Privileg Bewegungsfreiheit ist. Der Pass, den ich ganz selbstverständlich in den Hosensack stecke und mit dem ich praktisch überall hinreise, wo ich will, ist für viele Menschen unerreichbarer Luxus.
Manchmal beginnt Erkenntnis dort, wo Reiselust auf Unbequemes trifft. Ich bin stolz darauf, dass wir Euch, liebe Leserinnen und Leser, im Globetrotter-Magazin nicht nur Wege zeigen dürfen, sondern auch Widersprüche.
Viel Inspiration dabei!
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