Mit dem Hunderudel in Schweden

Reisetipps
Christine Bielecki | Nicole Schafer

Weisse Natur, stiebender Schnee und der Rausch der Geschwindigkeit – Fotografin und Filmemacherin Nicole Schafer hat ein besonderes Hobby. Sie fährt Schlittenhunderennen. Bis zu 35 km/h erreichen die Vierbeiner vor dem Schlitten. Und weil die Hunde für die Schweizerin zur Familie gehören, nimmt sie das mittlerweile zehn Tiere umfassende Rudel natürlich auch immer mit auf Reisen.

Über 3000 Kilometer mit zehn Hunden

Mit dabei ist auch ihr Partner Joseph Innes, den sie mit ihrer Leidenschaft für Schlittenhunderennen angesteckt hat. Im vergangenen Winter reiste das Paar mit seinen zehn Hunden von der Schweiz bis nach Schweden. Ferien im Tiefschnee. An Wettkämpfe war aufgrund der Corona-Pandemie zwar nicht zu denken, aber Nicole Schafer wollte mit ihren Vierbeinern trotzdem in den Schnee. Die Einreisebestimmungen wurden durch die weltweite Pandemie zwar komplizierter, aber das reisefreudige Paar wollte sich den Traum von den Ferien im Norden nicht nehmen lassen. Als alles Organisatorische geregelt war, ging es dann Ende Februar los. Die Hunde reisen im Anhänger – der eigens gebaute Aufbau enthält zwölf Hundeboxen, ein Bett, Küche und genügend Stauraum für Futter, Stroh und die Schlitten. Denn, auch wenn die Wettkämpfe nicht stattfinden würden, auf den Schlitten wollte Nicole in den Ferien natürlich trotzdem. «Die Loipen und Trails sind in Schweden einfach traumhaft», schwärmt sie. Schafer lebte bereits in Kanada, damals hatte sie natürlich auch die Hunde dabei. Ferien machte sie mit ihren Tieren schon in den USA, Frankreich, Italien, Slowenien, Österreich, Deutschland und Holland.

Hundefreundlich: Schweden

Schweden kann sie als Urlaubsland für Hundefreunde sehr empfehlen. Allerdings gibt es einiges zu beachten. Für Nicole und Joseph kam nur der Weg über die Fähre Kiel-Göteborg in Frage. So konnten sie die strengen und aufwendigen Kontrollen in Dänemark umgehen. Auch auf der 16-Stunden dauernden Überfahrt mit der Fähre hat das Paar gute Erfahrungen gemacht. «Die Hunde haben die lange Reise gut überstanden und das Personal war sehr hundefreundlich. Wir hatten sogar die Möglichkeit, zwei Tiere mit in die Kabine zu nehmen», berichtet Nicole Schafer. Die Einreisebestimmungen mit Hunden sind für Schweden deutlich entspannter als für die anderen skandinavischen Länder. «Früher musste man einen Tollwut-Antikörpertest beim Hund nachweisen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Man braucht für die Hunde nur einen Impfausweis, eine aktuelle Tollwutimpfung und das war es. An der Grenze wurden dann die Impfausweise kontrolliert und die Transportboxen werden angeschaut. Wichtig ist hier, dass der Hund genug Platz haben muss, um Stehen und sich umdrehen zu können. Darauf wird an der Grenze geachtet. Unsere Erfahrung ist aber, dass die Beamten meist froh über die Abwechslung sind, viele haben selbst Hunde und die Grenzbeamten interessieren sich einfach für die Tiere», sagt Schafer. In Göteborg angekommen war die Reise noch lange nicht zu Ende. Es galt, noch weitere 1500 Kilometer nordwärts mit dem Auto zurückzulegen.

Nordlichter, Schlittenfahren in unberührter Natur und Essen am Lagerfeuer

In Schweden hatte die Reisetruppe aus Mensch und Tier dann ein Häuschen bezogen und die Hunde bekamen ein schönes Aussengehege. «Aber natürlich geniessen sie es auch drinnen bei uns zu sein. Jede Nacht durften die Hunde, die wollten, bei uns im Haus schlafen.» Nicole hat ihr Herz an Kanada verloren. «Das ist für mich das Non-Plus-Ultra. Aber die Reise ist einfach zu lang und wäre für unsere Hunde viel zu stressig. Daher kommen Ferien in Kanada nicht in Frage. «Ich war bereits 2016 mit den Hunden in Schweden, damals sind wir geflogen. Diesmal haben wir auch das Paar besucht, bei dem ich damals war und die auch selbst nordische Hunde haben. So hat sich das einfach angeboten, Schweden noch einmal zu erkunden.» Das Einzige, was Nicole dort vermisse, seien die Berge, sagt sie lachend. Doch die Nordlichter über den Himmel huschen zu sehen, gemütliche Essen am Lagerfeuer und das Schlittenfahren in der unberührten Natur hat die Reisenden begeistert.

Eisbrecher Hunderudel

Norwegen reize sie als Reiseziel auch, doch hier seien die Einreisebestimmungen mit den Tieren wieder sehr kompliziert. «Da sollte man sich wirklich ausgiebig informieren, bevor man mit Hunden nach Norwegen reisen möchte, sonst erlebt man unter Umständen an der Grenze eine böse Überraschung», rät Nicole Schafer. Negative Erfahrungen habe sie nie gemacht, wenn sie mit den Hunden unterwegs sei. «Wir haben die Hunde noch nie als Hindernis zum Reisen gesehen, im Gegenteil. Die Leute sind sehr offen, man kommt schnell ins Gespräch, denn die meisten finden gerade die vielen Hunde interessant. Die Tiere fungieren als Eisbrecher, um mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zu kommen.»

Die nächste Reise soll auch wieder nach Schweden führen. «Ich würde gerne wieder Rennen mit den Tieren fahren, nun müssen wir abwarten, ob Wettkämpfe wegen der Corona-Pandemie stattfinden können. Ich überlege aber auch noch, ob ich vom Sprint auf die Mitteldistanz-Strecke umsteigen soll», berichtet Schafer. An den Sprint-Strecken fasziniere sie vor allem die Geschwindigkeit. Bei den Distanzrennen seien die Erlebnisse mit den Tieren intensiver, denn dann wird unterwegs auch übernachtet. Rund 20 bis 45 Kilometer werden dann am Tag zurückgelegt. Doch einfach so umsteigen sei nicht möglich. Ihre Hunde seien schliesslich die Sprintdistanzen gewohnt. «Hunde muss man genauso trainieren wie Menschen», lacht sie.

Bilder: ©Nicole Schafer

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