Editorial Globetrotter-Magazin


Globetrotter Magazin

Magazin Nr. 128

Adios Amigos!


Liebe Weltentdecker

Ich mag Abschiede nicht. Doch da muss ich jetzt durch. Nach insgesamt 38 Jahren Mitarbeit und Mitgestaltung in der Globetrotter-Unternehmensgruppe, davon die letzten elf Jahre als Chefredaktor des Globetrotter-Magazins und Geschäftsleiter der Globetrotter Club AG, ziehe ich mich Ende 2018 aus dem Arbeitsalltag zurück.
Nicht weil ich müde wäre oder meine Arbeit satthätte, sondern weil die Aussicht auf mehr unstrukturierte Zeit, mehr Platz für Spontanes und neue Entdeckungen zu verlockend ist. Zumal ich mit jedem Jahr, das ins Land zieht, stärker realisiere, wie unendlich wertvoll Lebenszeit ist.

Ich blicke in grosser Dankbarkeit auf bereichernde Globetrotter-Jahre zurück. Jahre, die mich beschenkt, herausgefordert und vor allem mit den verschiedensten Menschen in Kontakt gebracht haben: Angefangen bei meinen jahrzehntelangen beruflichen Weggefährten Walo Kamm und André Lüthi, mit denen mich intensive Aufbaujahre verbinden. Dann natürlich meine Arbeitskolleginnen und -kollegen, zuerst beim Globetrotter Travel Service, später in meinem Redaktionsteam. Auch Geschäftspartner, Heftgestalter, Autoren und Fotografen waren wichtiger Teil meiner Arbeitswelt. Die Zusammenarbeit mit den verschiedensten Menschen über all die Jahre war für mich ein äusserst wertvoller Teil des Arbeitslebens. Danke!
Mein Nachfolger als Chefredaktor und Geschäftsleiter heisst Fabian Sommer. Als junger Journalist mit grosser Erfahrung und als begeisterter Reisender bringt er beste Voraussetzungen mit. Er hat viele Ideen und will das Globetrotter-Magazin mit neuem Schwung noch vielfältiger und abwechslungsreicher gestalten, ohne dabei zu vergessen, dass authentisch erzählte Reisegeschichten das Herz unserer Zeitschrift sind. Als Verwaltungsratspräsident bleibe ich mit dem Magazin verbunden und werde, wo immer nötig, Fabian und das Redaktionsteam unterstützen.

Im Interview ab Seite 46 erzählen die beiden jungen Schweizerinnen Sandra Schmid und Sandra Bühler von ihrem Buchprojekt «Menschen wie du und ich», das sie mit verschiedensten Menschen auf fünf Kontinenten ins Gespräch brachte. Sie stellten allen die Frage, was sie im Leben am meisten geprägt hat. Entstanden sind eindrückliche Porträts, die berührende Lebensgeschichten erzählen.
Würden mir die beiden Sandras die gleiche Frage stellen, würde ich, ohne zu zögern, antworten: Das Reisen hat mich am meisten geprägt. Globetrotter-Gründer Walo Kamm hat es einmal in folgende Worte gefasst: «Die Welt war meine Universität, die Reisejahre waren mein Studium und meine Persönlichkeitsentwicklung. Die Erfahrungen und das Wissen aus 100 Ländern mein geistiges Kapital…» Besser könnte ich es für mich nicht formulieren.

Ich danke allen Leserinnen und Lesern für das Interesse, die Treue und die Unterstützung. Nun beginnt für mich ein neuer Lebensabschnitt. Aus Erfahrung weiss ich, dass an jeder Hausecke, ob nah oder fern, Entdeckungen, Abenteuer und Erkenntnisse warten können. Die Reise geht weiter – das Leben ist ein Fluss und kein Stausee.

Herzlich

Andy Keller