Editorial Globetrotter-Magazin


Globetrotter Magazin

Magazin Nr. 125

Was wäre ich ohne sie?

Liebe Weltentdecker

Ohne sie hätte ich vieles nicht erlebt, und mein Leben wäre unter Umständen in ganz anderen Bahnen verlaufen. Wenn sie nicht aufsässig gewesen wäre, hätte ich in jungen Jahren nicht damit begonnen, über Landkarten zu brüten. Später wäre ich wohl nicht aufgebrochen, um die Welt zu entdecken, und das unheilbare Reisevirus hätte mich nicht infiziert. Sie ist der womöglich wichtigste Grund dafür, dass ich nicht zum Stubenhocker geworden bin. Ich spreche von der Neugier, die mir immer wieder neue Erfahrungen, Erlebnisse und Entdeckungen beschert. Dank ihr erweitere ich laufend meinen Horizont. Sie hat mich auch immer wieder herausgefordert und manchmal an meine Grenzen gebracht. Über die Jahre ist sie aber zu einer wertvollen Verbündeten geworden, die mich animiert, anspornt und dazu bringt, Neuland zu entdecken.


Auch in dieser Ausgabe des Globetrotter-Magazins haben sich neugierige Autorinnen und Autoren auf den Weg gemacht, um neue Erfahrungen zu sammeln. So zum Beispiel Vreny Ruckstuhl, die von ihrem Aufenthalt in Kuba erzählt (ab Seite 38). Sie besuchte in Havanna einen Monat lang eine Sprachschule und tanzte Salsa, bevor sie in die Pedale trat und per Velo das
Land erkundete.
Oder Claudio Sieber, der sich ohne Lebensmittel und nur mit dem allernötigsten ausgerüstet auf einer einsamen Insel absetzen liess, um herauszufinden, wie sich ein entbehrungsreiches, naturnahes «Robinson-Leben» anfühlt (ab Seite 54). Als das Experiment nach zehn Tagen ein
Ende fand und er per Boot abgeholt wurde, war er – wie er schreibt – «zwar ein paar Kilo leichter, dafür um Tonnen neuer Erkenntnisse reicher».
Christa Luginbühl ist viel unterwegs und fasziniert von den verschiedenen Massagetechniken, die es rund um die Welt gibt. Immer wieder lässt sie sich einölen, durchkneten und drücken (ab Seite 68). Massagen auf Reisen sind für sie interessante kulturelle Einblicke der anderen Art.
Und da ist auch noch die Geschichte von Joel Bertschi, der in der Rubrik «Volunteering» von seinem Sommerjob in einem Naturschutzgebiet in Wyoming in den USA berichtet (ab Seite 78). Als Wilderness-Ranger lebte und arbeitete er meist unter freiem Himmel. Das einfache Leben in der wilden Natur und die körperlich harte Arbeit wurden für den Wirtschaftsstudenten zu einer prägenden Erfahrung.


Ich bin überzeugt, dass am Anfang solcher Reisegeschichten die Neugier steht, die sich zuerst zaghaft und dann immer stärker als innerer Wunsch nach neuen Erfahrungen manifestiert. Vielleicht wird daraus sogar ein Lebenstraum, der einen begleitet und immer wieder anklopft.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur empfehlen, auf diese innere Stimme zu hören und sich auf das Drängen einzulassen. Es lohnt sich.

 

Herzlich

Andy Keller