Eine Momentaufnahme aus der Dominikanischen Republik

Blog-Beitrag von Franziska Domann, am 23.12.2020

Santo Domingo, Dominikanische Republik

Die Dominikanische Republik lockt mit ihren weissen Traumstränden, einsamen Buchten, kristallklarem Wasser und den vielen bunten Farben Reiselustige aus aller Welt an. Doch wie sieht es eigentlich momentan vor Ort aus? Wir haben mit Nicole, einer Schweizer Auswanderin gesprochen. Sie berichtet uns mehr über die aktuelle Lage.

Wie erlebst du den Tourismus aktuell bei dir bzw. in der Dominikanischen Republik?

Nach einer relativ langen Ruhepause kommen die Reisenden langsam zurück, bis jetzt vor allem aus den USA und teils aus Europa. Das Geschäft der Ferienhäuser und kleineren Hotels läuft bereits relativ gut, unter anderem auch dank des lokalen Tourismus. Die grossen Hotels in Punta Cana hingegen leiden weiterhin unter geringer Nachfrage.

Wie empfindest du den Umgang mit den Massnahmen gegen Covid-19?

Meiner Meinung nach hat sich hier alles relativ gut eingespielt. Die dominikanische Regierung hat vernünftige Massnahmen getroffen und die erste Welle, verglichen mit anderen Ländern, gut überstanden. Auch die zweite Welle verläuft bis jetzt kontrolliert. Es gibt klare Angaben bezüglich Reinigung und Distanzregeln für die Hotels sowie Miethäuser und es herrscht Maskenpflicht im ganzen Land. Abends und nachts gilt weiterhin eine Ausgangssperre, welche die Hotels innerhalb der Anlage jedoch nicht betrifft.

Die Dominikanische Republik hatte zudem entschieden, keine Quarantänepflicht für Einreisende einzuführen, weil die anderen Massnahmen gut gewirkt haben. Wird die Quarantäne vom Ursprungsland auch nicht verlangt, lädt das definitiv zu einer Reise in die Dominikanische Republik ein. Die Tatsache, dass sich hier fast alles draussen abspielt, ist ein grosser Vorteil.

Wie habt ihr euch der aktuellen Situation angepasst?

Wir vermieten Ferienhäuser und haben vor allem bei der Reinigungsarbeit einiges geändert und benutzen die empfohlenen Produkte. Wir verzichten auch bewusst auf Ab- und Anreise am selben Tag, damit genug Zeit bleibt alles gründlich zu reinigen. Die Angestellten tragen alle Masken und vermeiden so gut wie möglich den direkten Kontakt.

Welche Chancen siehst du für die Region mit Ausblick auf die Zukunft?

Mehr denn je suchen die Menschen schöne Destinationen, um Reisen und Arbeit zu kombinieren. Viele bleiben für eine längere Zeit, wovon vor allem die Vermieter von Ferienwohnungen sowie kleinen Hotels profitieren. Auch der lokale Wochenendtourismus hat stark zugenommen, was wiederum den kleineren Betrieben hilft die relativ tiefen Fixkosten zu decken. Für grosse All Inclusive Hotels ist die Situation bestimmt eine viel grössere Herausforderung, da sie auf ein gewisses Volumen angewiesen sind. Doch ich denke, dass auch diese Touristen langsam wieder zurückkommen werden.

Welchen Tipp würdest du Reisenden in die Dominikanische Republik mit auf den Weg geben?

Ich würde den Reisenden raten, die grossen All Inclusive Hotels zu meiden und die kleineren Hotels und Touristenorte zu besuchen. Es gibt wunderschöne Orte in den Bergen, auf der Halbinsel Samaná und auch im Süden der Insel, wo man weit ab vom Massentourismus wunderschöne Ferien verbringen kann. Der aus meiner Sicht aktuell grösste Vorteil sind die geringen Touristenzahlen, was das Reisen sehr angenehm macht.

DomRep Nicole Glur

Nicole Glur mit ihrem Mann

Nicole Glur kam im Jahr 1995 das erste Mal für ein Praktikum in die Dominikanische Republik, wo sie sich sofort in die Natur, das Klima und die spontanen, glücklichen Menschen verliebte. Nach ihrer Ausbildung an der Tourismusfachschule und etwas Berufserfahrung in der Schweiz kehrte sie 1998 zurück auf die Insel. Geblieben ist sie schlussendlich wegen der Liebe. Mit ihrem Mann vermietet sie heute diverse Ferienhäuser.

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