Eine Momentaufnahme aus Tansania

Blog-Beitrag von Franziska Domann, am 09.12.2020

Safari in Tansania

Im Osten Afrikas liegt das wunderschöne Tansania – ein Land, das nahezu unberührte Landschaften im Ngorongoro-Hochland oder das Dach Afrikas mit dem majestätischen Kilimandscharo zu bieten hat. Von der vielfältigen Tierwelt fangen wir gar nicht erst an. Doch wie sieht es eigentlich momentan vor Ort aus? Wir haben mit Zawadi gesprochen, einer Tansanierin, die von den Haya abstammt. Sie berichtet uns mehr über die aktuelle Lage.

Wie erlebst du den Tourismus aktuell bei dir bzw. in Tansania?

Im Moment ist es sehr ruhig in Tansania. Die üblichen Touristen sind nicht hier, sodass die grossen Sehenswürdigkeiten wie der Ngorongoro-Krater fast leer sind. Obwohl das TTB (Tansania Tourist Board) sowie die Regierung versuchen, die Tansanier über die natürliche Schönheit des Landes aufzuklären, kann der Inlandsreiseverkehr die von internationalen Touristen hinterlassene Lücke nicht füllen. Deshalb sind wir sehr besorgt, denn der Tourismus beschäftigt etwa eine halbe Million Tansanier, viele von ihnen stammen aus ländlichen Gemeinden.

Wie empfindest du den Umgang mit den Massnahmen gegen Covid-19?

Die Massnahmen, die Tansania gegen das Coronavirus ergriffen hat, stimmen mich zuversichtlich. Dass Tansania ein gut organisiertes Land ist, sehr sicher und bereit, Reisende aus aller Welt willkommen zu heissen, da es alle Standardarbeitsanweisungen befolgt, indem es sicherstellt, dass Gesundheits- und Hygieneberatungen befolgt werden und alle Beschäftigten in der Tourismusindustrie gut geschult sind, wie man dem Coronavirus vorbeugt und Vorsichtsmaßnahmen dagegen ergreift.

Doch die größte persönliche Herausforderung in dieser Zeit ist es für mich, seit März 2020 zu Hause zu sein und nicht genau zu wissen, wann alles zu Ende geht und ich wieder regelmässig an die Arbeit gehen kann. Ich bin super besorgt und etwas frustriert, weil ich es nicht gewohnt bin, zu Hause zu bleiben – ich bin ein Buschmädchen!

Wie hat sich dein Unternehmen der aktuellen Situation angepasst?

Mein Unternehmen führte mit allen Mitarbeitern, insbesondere mit den Fremdenführern und Kellnern, Schulungen durch. Davon waren alle Personen betroffen, die meistens direkt mit den Gästen in Kontakt stehen. Allen wurden kostenlose Masken und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt und dafür gesorgt, dass die Gesundheits- und Hygieneregeln eingehalten werden. Wir desinfizieren alle Fahrzeuge und Ausrüstungen, die von den Gästen vor und nach der Reise benutzt werden. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, die ganze Zeit Desinfektionsmittel mitführen.

Welche Chancen siehst du für die Region mit Ausblick auf die Zukunft?

Das Ganze war ein grosser Schock für Ostafrika und es hat uns bewusst gemacht, wie abhängig wir vom ausländischen Tourismus sind. Ich denke, wenn wir weiter so voranschreiten, wird es einen viel stärkeren Antrieb für Inlands- und Regionalreisen geben und wir werden viel mehr Einheimische sehen, die die Attraktionen Tansanias geniessen. Wir werden uns auch nach neuen Einkommensquellen umsehen und diversifizieren müssen. Doch aufgrund der geringen Anzahl von Reisenden sehe ich unter anderem den Vorteil, dass die Gäste in Zukunft ein authentisches Erlebnis und einen qualitativ hochwertigen Service in Tansania erleben können, da es sicherlich niedrigere Paketpreise für Luxuscamps und Hotels geben wird. Reisende werden grössere Chancen erhalten, NGOs zu gründen oder in etwas zu investieren. Denn indem sie nach Tansania reisen, treiben sie die Wirtschaft des Landes voran.

Zudem hat mein Unternehmen, Asilia, ein Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen, damit Kellner sich zu Köchen, Fremdenführer sich zu Managern ausbilden lassen können usw. - sodass wir einige neue Fähigkeiten erwerben können.

Welchen Tipp würdest du Reisenden nach Tansania mit auf den Weg geben?

Zunächst möchte ich Ihnen versichern, dass Tansania reisefähig ist und dass alle Sicherheitsvorkehrungen sowohl vom Land als auch von den Unternehmen verantwortungsbewusst getroffen werden.

Wenn Sie vor Ort sind, lernen Sie wenige wichtige Wörter in unserer Landessprache Suaheli, denn Einheimische schätzen es, wenn Reisende die Landessprache sprechen können. Unternehmen Sie zudem kulturelle Aktivitäten, während Sie im Land sind, um die Einheimischen und ihre Kultur kennenzulernen. Ich kann Ihnen versichern, dass das eine tolle Erfahrung wird.

Tansania Zawadi

Zawadi in Tansania

Jonesa Kazawadi Dominic (Zawadi) kommt aus dem Nordwesten Tansania's von einem Stamm mit dem Namen «Haya». Derzeit lebt sie jedoch in Dar es Salaam und arbeitet seit 2016 bei «Asilia Africa» im Dunia Camp Serengeti, dem einzigen von Frauen geleiteten Safari-Camp in Tansania und Afrika. Sie liebt dieses friedliche Land, das mit grossen Menschen gesegnet und sehr freundlich ist. Zudem schätzt sie die wunderschönen Wildnis-Nationalparks, Berge, Strände und die schöne Kultur. Zawadi ist wirklich stolz darauf, als Tansanierin in Tansania leben zu dürfen, was man auch an ihrer Arbeit als Guide spürt.

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