Eine Momentaufnahme aus Ägypten

Blog-Beitrag von Franziska Domann, am 02.12.2020

Rotes Meer - Tauchen in Ägypten

Es ist das Land der Pharaonen, Pyramiden und der Sphinx. In Ägypten kann man nicht nur die berühmte Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Ägypter kennenlernen, sondern auch Sonne, Strand und Meer in vollen Zügen genießen. Doch wie sieht es eigentlich momentan vor Ort aus? Wir haben Johann, einen Schweizer Auswanderer befragt. Er leitet dort die SUBEX Tauchbasen und berichtet uns mehr über die aktuelle Lage.

Wie erlebt ihr den Tourismus aktuell bei euch bzw. in Ägypten?

Durchzogen. Seit der Wiedereröffnung Ende Juli 2020 einiger Ressorts und Hotels liegt die Auslastung bei 20 bis 25 Prozent. Davon sind 15 bis 20 Prozent Einheimische und 5 bis 10 Prozent kommen aus dem Ausland. Mehrheitlich aus Osteuropa und ein paar wenige aus der Schweiz. Aus Deutschland kommen nur Gäste, welche den Aufwand auf sich nehmen, ab Zürich zu fliegen. Weil die Swiss / Edelweiss die einzige Fluggesellschaft ist, welche von der Schweiz Direktflüge ans Rote Meer anbietet.

Wie empfindet ihr den Umgang mit den Massnahmen gegen Covid-19?

Massvoll und der Situation angepasst. Damit die Ressorts/Hotels und auch wir als Tauchbasis unsere Betriebe ab Juli wieder öffnen konnten, mussten wir den Nachweis erbringen, dass wir die vom Staat empfohlenen Massnahmen und Empfehlungen einhalten können. Das heisst Hände mit Desinfektionsmittel reinigen, Abstand halten und wo dies nicht möglich ist, Maske tragen. Da das Abstandhalten praktisch fast immer gegeben ist, müssen die meisten Gäste keine Maske tragen. Das Personal in den Ressorts trägt jedoch welche.

Wir als Tauchbasis arbeiten ja vorwiegend im Freien mit ausreichend Abstand im Gespräch mit den Kunden. Wenn die Gäste zu uns in die Tauchbasis kommen, müssen wir deren Temperatur messen und in einem Protokoll festhalten. Dasselbe gilt auch für unsere Mitarbeiter.

Die Einreise gestaltet sich unproblematisch. Jene Gäste, die den Nachweis des negativen Testresultates nicht dabei haben, können diesen für US$ 30.00 am Flughafen durchführen lassen. Danach können sie ohne Weiteres einreisen. Nur, wenn der Test positiv ausfällt, wird das Ressort informiert und die Gäste müssen in einem separaten Trakt im Ressort in Quarantäne.

In den Ressorts, wo wir unsere Tauchbasen haben, ist uns kein solcher Fall bekannt. Zusammenfassend, jeder Gast, der bei uns einen Tauchurlaub gemacht hat, sagte, er konnte und habe ein Zeit erleben dürfen frei von den täglichen Meldungen über Fallzahlen und Massnahmenempfehlungen.

Wie hat sich euer Unternehmen der aktuellen Situation angepasst?

In den drei Monaten April bis Juni, wo alles geschlossen war, haben wir Altlasten abgearbeitet. Hunderte Kilos von Akten wurden durchforstet und entsorgt. Alle Mitarbeiter waren bereit, zu einem reduzierten Gehalt Urlaub zu nehmen. Als Mitinhaber der Tauchschule haben wir beide uns seit April kein Gehalt mehr ausbezahlt. Allerdings ist es unsere grösste Herausforderung, mit unseren Mitarbeitern mitzuleiden, denn sie sind bereit, für ein Gehalt zu arbeiten, welches gerade mal ihr Lebensminimum abdeckt. Zudem ihnen nicht die Hoffnung zu zerstören, dass es wieder bessere Zeiten geben wird.

Seit August betreuen wir die wenigen Gäste, die es sich nicht nehmen lassen, das Tauchen mit und bei uns im Roten Meer zu geniessen. Das ist gut für die Seele, für den Geldbeutel jedoch viel zu wenig.

Welche Chancen seht ihr für die Region mit Ausblick auf die Zukunft?

Das Tauchen im Roten Meer wird in jedem Fall auch diese Krise überstehen. Denn das Rote Meer ist und bleibt für jeden Taucher die in Europa nächstgelegene Tauchdestination mit intakten Korallenriffen.

Zudem ist es sicher von Vorteil, dass jeder Gast eine sehr individuelle Betreuung erhält, weil es noch sehr wenige Gäste hat. Das wiegt den Nachteil des Nachweises eines negativen Testresultates in jedem Fall auf. Ausserdem hat Ägypten bis April 2021 die Visakosten von US$ 25.00 ausgesetzt.

Welchen Tipp würdet ihr Reisenden nach Ägypten mit auf den Weg geben?

Sich die Zeit nehmen, die Angebote genau zu studieren. Nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern die dafür angebotenen Leistungen zu vergleichen.

Ägypten Johann & Verena Vifian

Johann und Verena von Subex in Ägypten

Johann Vifian stammt ursprünglich aus dem Berner Seeland. Er ist seit 1974 Taucher aus Leidenschaft und hat mittlerweile um die 9'000 Tauchgänge gesammelt. Zusammen mit seiner Ehefrau und Tauchpartnerin Verena erfüllte er sich den Traum, mit Subex zusammen die Tauchbasis in Hurghada am Roten Meer zu übernehmen. Daraus entwickelte sich in den Folgejahren das Unternehmen SUBEX THE ART OF DIVING, welches heute vier Tauchbasen in Sharm el Sheikh, Hurghada, Sahl Hasheesh und El Quseir umfasst. Als Mitinhaber führt er die Geschäfte des Unternehmens, bildet seine Tauchguide und -lehrer selber aus und ist operativ in Hurghada und Sahl Hasheesh tätig.

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Subex – The Art Of Diving

Das Wohl, die Zufriedenheit und die Sicherheit der Taucher stehen für SUBEX seit seiner Gründung 1965 stets im Vordergrund. Natürlich ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass Tauchen ein Abenteuer ist und bleiben soll!