CVT – Berufsbildungszentrum in Myanmar


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Der Förderverein für Berufsbildung in Myanmar, mit Sitz in Sarnen, unterstützt und führt seit 2002 in Yangon eine Modellschule für Berufsbildung. Die Schule heisst «Center for Vocational Training», kurz CVT. Gleichzeitig führt der Förderverein eine Orientierungsstufe als Vorstufe zum Eintritt in das CVT.
Logo_CVT

Basierend auf der Schweizer Berufslehre (duale Berufsbildung) fördert das CVT die Vernetzung von Lernenden, Ausbildungsbetrieben, Behörden und Verbänden in Myanmar. Zur Wiedereingliederung von mittellosen Kindern und Jugendlichen führt CVT mit dem E4Y (Education for Youth) ein Orientierungsprogramm und ermöglicht ihnen dadurch einen erfolgreichen Start in eine Berufslehre oder eine andere Ausbildung.

Mit fachlicher und methodischer Unterstützung aus der Schweiz wird eine nachhaltige und an die lokalen Verhältnisse angepasste Entwicklung sichergestellt.

cvt-myanmar.org

Globetrotter und CVT

Christine Landolt, Globetrotter-Reiseberaterin in unserem Reisebüro in der Berner Aarbergergasse, unterstützt CVT privat seit über zehn Jahren. Nicht zuletzt weil sie ihr Reiseherz besonders an Myanmar verloren hat. Vor Ort ist sie oft per Bike unterwegs, auch, weil sie jedes Jahr für unseren Partner bike adventure tours als Reiseleiterin im Einsatz ist.

«CVT wurde von Max, einem Schweizer, gegründet und wird heute von einer burmesischen Schuldirektorin geführt. Alle Ausbildungen wie Schreiner oder Schlosser oder auch im Tourismusbereich, gestalten sich nach Schweizer Vorbild. Die Lehrer sind Burmesen und werden regelmässig von Schweizer Fachleuten unterstützt und weitergebildet», so Christine. 

Dank Christine sind wir Partner von CVT geworden und unterstützen das Projekt aktiv und vor allem nachhaltig. 

 

Bilder: Christine mit Geschäftsführerin Sandar (links) und deren Assistentin Cherry (rechts). 

  • Christine in Myanmar CVT

Christine berichtet von ihrem CVT-Besuch im Dezember 2019. Sie hat zwei CVT-Abgänger getroffen: Nilar und Lin Lin, beide 32-jährig

Nilar Tun_CVT

Treffen mit der 32-jährigen Nilar in Yangon

Ich treffe Nilar in ihrer Heimat Yangon im ‹Myanmar Deaf Chefs Cooking Studio›. Dank ihrem Onkel, der in einem Hotel arbeitet in dem CVT-Lernende ausgebildet werden, kennt Nilar CVT. Dort bewarb sie sich ursprünglich für eine Ausbildung als Commercial Assistant (Kauffrau). Nach einem Interview bekam sie von CVT Adressen von Betrieben, die Lernende ausbilden. Sie musste die Betriebe selbst kontaktieren und sich bewerben. Denn nur wer einen Lehrbetrieb findet, kann bei CVT die dreijährige Ausbildung starten.

Weiterbildung in England
Nilar wurde beim Reiseveranstalter Asian Trails fündig, der damals mit Kuoni in der Schweiz zusammenarbeitete. Einen Tag pro Woche ging sie bei CVT zur Schule und vier Tage arbeitete sie im Büro. Nach ihrem Lehrabschluss arbeitete sie noch zweieinhalb Jahre bei Asian Trails. Anschliessend hatte sie die Gelegenheit, mittels privaten Sponsorings von einer Kuoni-Mitarbeiterin aus der Schweiz, in England weiter zu studieren.

Zurück in Mynamar
Seit ihrer Rückkehr arbeitet Nilar daran, eine eigene kleine Reiseagentur namens Ugenius Travel aufzubauen. Sie will sich auf nachhaltigen Tourismus spezialisieren und möglichst die lokale Bevölkerung teilhaben lassen. Ihre Kerngebiete sind Trekkings im Chin State (Mount Victoria) und im Shan State. Und zwar auf Routen, die «off the beaten Tracks» sind. Also abseits von Touristenpfaden.

Heute …
Ihren Lebensunterhalt verdient Nilar momentan als Freelancerin für diverse NGO’s, wie die Welthungerhilfe. Und in ihrer Freizeit engagiert sie sich für ein Projekt, das ein ehemaliger Arbeitskollege von Asian Trails, Maurizio aus Italien, im Jahr 2013 gründete. Es ist ein Kochstudio (Name eingangs erwähnt) in dem taube und/oder stumme Menschen ausgebildet werden. Ziel ist, diesen Menschen später einen Job in einer Hotel- und/oder Restaurant-Küche zu vermitteln. Nachdem Maurizio im September 2019 unerwartet verstorben ist, leitet Nilar das Projekt. Ihre grosse Herausforderung dabei ist die Finanzierung. Maurizio leistete diese bis anhin weitgehend mit eigenen Mitteln und privaten Kontakten.

… und Zukunft
Nilar möchte ein Kaffee eröffnen, in dem die eigenen Backwaren aus dem Kochstudio verkauft werden. Mit diesem Profit möchte sie wiederum das Kochstudio finanzieren. Die ausbildenden Köche übrigens, allesamt aus Spitzenrestaurants in Yangon, arbeiten ehrenamtlich. Sie erhalten lediglich eine kleine Entschädigung für die An- und Rückreise von ihrem Wohnort.

Lin Lin mit Christine Landolt_CVT

Treffen mit dem 32-jährigen Lin Lin in Yangon

Lin Lin ist ausserhalb von Yangon in der «Irrawaddy Division» als Bauernsohn mit drei Geschwistern aufgewachsen. Er hat durch einen Verwandten von CVT erfahren und sich, genau wie Nilar, für die Lehre als Commercial Assistant (Kaufmann) entschieden. Ich treffe ihn in Yangon. Sein Lehrbetrieb war das bekannte Restaurant Le Planteur in Yangon. Sechs Bewerber gingen zum Interview – Lin Lin bekam den Job. Während drei Jahren arbeitete er in der Buchhaltung, im Service und in der Administration. Jeweils einen Tag pro Woche drückte er bei CVT die Schulbank.

Ab ins Ausland
Nach Lehrabschluss ging Lin Lin für zwei Jahre in die «View Point Lodge» am Inle See und anschliessend wurde sein grosser Traum wahr: ab ins Ausland! Im Hotel Ibis in der laotischen Hauptstadt Vientiane fand er nicht nur eine spannende Herausforderung als Front Office Manager, sondern lernte er seine Frau kennen. Eine Burmesin, die im gleichen Hotel arbeitete. Wieder zurück in Yangon verbrachte Lin Lin mehrere Monate im Kloster. Das ist für Burmesen üblich bevor sie heiraten.

Eigenes Restaurant führen
Als der Schweizer Michelin-Sternekoch Felix Eppisser in Yangon das Restaurant Seeds eröffnete, war Lin Lin von Anfang an als Geschäftsführer/Einsatzleiter mit dabei. Das «Seeds» liegt heute bei Tripadvisor auf Platz eins der besten Restaurants in Yangon (von 809 bewerteten Lokalen!) und ist übrigens ein Partnerbetrieb von CVT. Das «Seeds» bildet also Lernende aus. Lin Lin hat einen weiteren grossen Traum und zwar den, eines Tages ein eigenes «schickes» Restaurant mit gesundem Essen zu führen.

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