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Eleni Kougionis – Punk auf Indonesisch


Preisträgerin World Photo 2015

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    Indonesien hat nicht bloss die grösste muslimische Bevölkerung der Welt, sondern auch eine der aktivsten Punkszenen überhaupt.

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    Inong, erst kürzlich Mutter von Zwillingen geworden, war früher selbst Sängerin in einer Punkband. Um nicht in der Öffentlichkeit aufzufallen, verbirgt sie ihre Tätowierungen unter dem Hidschāb.

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    Schon mehrfach wurden Punkkonzerte aufgrund regierungskritischer Liedtexte der Bands von der Polizei gewaltsam abgebrochen.

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    Die Dynamik im Publikum ist bei Konzerten grenzenlos.

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    Für den behinderten Bayu stellt der Zugang zur Punkmusik ein Ventil dar. Durch die grosse Toleranz der Familie konnte er das ganze Haus mit Postern tapezieren und einen kleinen Musikshop einrichten.

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    Auf der Insel Java leben etwa 1,7 Millionen Strassenkinder. Mit Ukuleleklängen und Gesang halten sich junge Punks über Wasser.

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    Das Musizieren in öffentlichen Bussen ist weit verbreitet und wird meistens geduldet.

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    Othemp zählt nach dem Musizieren auf der Strasse das eingestrichene Geld. Es wird in der Gruppe zusammengelegt und für Essen, Zigaretten oder Alkohol ausgegeben.

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    Irokesenschnitt und Tätowierungen sind für viele konservative Einheimische nach wie vor Erkennungsmerkmale für Kriminelle.

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    Fans warten im Rossi Musik Club in Jakarta auf die schwedische Hardcore-Punk Band Mob 47. Ausländische Bands besitzen in der Szene besonders hohes Ansehen. Aus finanziellen Gründen ist es den meisten Indonesiern unmöglich, in ein anderes Land zu reisen.

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    Benges lässt sich den Namen seines Sohnes Cowo auf die Schulterblätter tätowieren.

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    Die meisten aus der Szene wohnen in Kollektiven – Wohn- und Schaffensort zugleich. Nach dem Motto «do it yourself» werden Siebdrucke hergestellt, Fanzines kreiert oder Konzerte organisiert.

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    Das Kollektiv «Needle And Bitch» in Yogyakarta ist ein autonomes Kommunikationszentrum mit Kreativwerkstatt und Nähatelier. Sie setzen sich aktiv für Opfer von Sexismus und Homophobie ein und bieten unter anderem auch Selbstverteidigungskurse an.

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    Das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl der Indonesier fördert den gegenseitigen Austausch und das Zusammenleben auf engstem Raum.

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    Das Rückendeck eines Lastwagens ist billiger als die Reise mit den öffentlichen Verkehrsmittel. Nirgends in ganz Asien gibt es so viele Autos auf so kleinem Lebensraum wie in Indonesien, deswegen ist die Luft besonders gesundheitsschädigend.

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    In Indonesien ist es üblich, dass man auf dem blanken Boden schläft und das mit mehreren Personen in einem Raum.

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    Als Komenk kürzlich seine Eltern besuchte, waren sie entsetzt über sein Aussehen – jedoch nicht etwa über die neue Tätowierung im Gesicht, sondern wegen dem Irokesenschnitt.

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    Die Band Marjinal ist die bekannteste Punkband von Indonesien. In ihrem kleinen Studio im Taring Babi Kolektif nehmen sie gerade Songs für ihr 7. Album auf.

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    Den hohen Bekanntheitsstatus erreichten Marjinal nicht nur aufgrund ihrer Musik sondern auch durch soziale Projekte. Sie reisten durch Indonesien und brachten Strassenkindern das Ukulele Spielen bei.

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    Schon mit jungen Jahren lassen sich die Kids eine Tätowierung für die Ewigkeit stechen.

Punk auf Indonesisch

Das Land der tausend Inseln hat nicht bloss die grösste muslimische Bevölkerung der Welt, sondern auch eine der aktivsten Punkszenen überhaupt. Dies unter einer Regierung, wo Menschenrechtsverletzungen und Polizeirepression zum Alltag gehören. So wurden während eines Benefiz Punk-Rock Konzerts auf der Insel Sumatra im Jahre 2011 einige Dutzend Punks wegen Verstössen gegen die Scharia verhaftet und in ein polizeiliches Erziehungscamp gesteckt. Die Subkultur bewegt sich in einem Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen Zwängen und dem Drang zur Selbstbestimmung. Aus diesen Umständen wuchs eine vielfältige «Do it yourself» - Kultur heran, die vielen Menschen das Überleben in einem Land ohne finanzielle Sicherheit ermöglicht.


Eleni Kougionis über ihre Arbeit

«Auf dem Fussboden liegen schnarchende Punks, während draussen der unüberhörbare Gesang des Muezzin durch die Nacht erklingt. Eine riesige Punkszene in einem muslimischen Land am anderen Ende der Welt, ein Kontrast der mich stets faszinierte. Durch die städteübergreifende Vernetzung der Szene und der grenzenlosen indonesischen Gastfreundschaft habe ich immer ein zu Hause bei Freunden. Eine Reise zwischen Punk Rock, traditionellen Werten, muslimischem Glauben, Alkoholexzessen und dem stetigen Kampf ums Überleben in einem von Armut geprägten Land.»

Zur Person

Eleni Kougionis, 1988 geboren, hat 2010 die Ausbildung als Polygrafin in einer Druckerei in Basel abgeschlossen und arbeitete danach in einem Grafikbüro. Nebenher liess sie sich an der Schule für Gestaltung im fotografischen Bereich weiterbilden. Später folgte ein Praktikum als Fotografin bei einer Zeitung. 2015 schloss sie den Studiengang Redaktionelle Fotografie am MAZ in Luzern ab und arbeitet seitdem als freischaffende Fotografin.

 

www.elenikougionis.com Weitere Preisträger
Porträt Eleni Kougionis World Photo