Tage in Burma – George Orwell

Büchertipps Asien

Irawaddy Myanmar
Orwell kennen die meisten Leser nur als düsteren Big Brother-Visionär - die wenigsten wissen, daß er einige Jahre als Kolonialbeamter in Burma tätig war. Vor diesem Erfahrungs-Hintergrund entfaltet er die Geschichte eines britischen Diplomaten in einem burmesischen Außenposten. Lesenswert vor allem wegen der Schilderungen der Landeskultur - und George Orwells bitterböser Abrechnung mit der britischen Kolonial-Mentalit.

Myanmar – Das Buch darf aus zwei Gründen besonderes Interesse beanspruchen: einerseits, weil es zeigt, wie ein klarsichtiger Beobachter auch vor 70 Jahren schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu der Einsicht kommen konnte, daß das Ziel des europäischen Kolonialismus nichts anderes als Ausbeutung war; zum zweiten, weil in seiner Kolonialismus-Kritik die Wurzeln für Georges Orwells Kapitalismus-Kritik liegen.

321 Seiten, Diogenes Verlag, ISBN 3-257-20308-X