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Scout24

Editorial


Magazin Nr. 100


Editorial von Andy Keller im Globetrotter-Magazin Nr. 100
 
Was es braucht, damit sich Entdeckergeist entfalten kann

Ich erinnere mich gerne daran: Vor knapp 30 Jahren hielt ich die erste Ausgabe des Globetrotter-Magazins in den Händen. Ein dünnes Heft mit 32 Seiten in Schwarz-Weiss, das Aufbruchstimmung vermittelte und ein Kribbeln im Bauch auslöste: Die unbekannte Welt wartete darauf, entdeckt zu werden. Es waren vor allem die Reiseberichte von Gleichgesinnten, die mich faszinierten. Aber auch tourismuskritische Beiträge, Benimmregeln fürs Reisen in fremden Kulturen oder Insidertipps fesselten mich als Leser. Dieser Themenmix machte von Beginn weg die Qualität des Magazins aus und unterschied es von konventionellen Reisemagazinen.

Heute, 30 Jahre später, blicken wir auf eine verrückte Entwicklung in der Welt, in der Technik, den Medien und im Tourismus zurück. Auch das Globetrotter-Magazin hat sich äusserlich über die Jahre immer wieder verändert, so ist es unter anderem dicker und farbiger geworden. Der inhaltlichen Ausrichtung ist die Zeitschrift aber immer treu geblieben. Es ging von Anfang an darum, packende, authentische Reisegeschichten, mal voller Abenteuer, dann auch wieder leise und besinnlich zu erzählen. Das Magazin wollte immer eine Fundgrube für Weltentdecker sein, inspirierend und zum Nachdenken anregend. 

Und jetzt knallen die Champagnerkorken – die 100. Ausgabe liegt vor. Natürlich darf ein bisschen Nostalgie in dieser Nummer nicht fehlen. Wir haben in alten Magazinen gestöbert, mit der Schere Texthäppchen herausgeschnitten und die Papierschnipsel auf mehreren Seiten zusammengestellt. Das Schwelgen in alten Zeiten ist zu diesem Anlass sicher erlaubt. Erst recht, wenn einige Beiträge zum Schmunzeln und zum Staunen über den Lauf der Zeit anregen. Weitere Jubiläumsbeiträge, so auch von vielreisenden Zeitgenossen, die sich Gedanken zum Thema Reisen gemacht haben, sind übers ganze Heft verteilt.

Im Interview erzählt Globetrotter-Gründer Walter Kamm, wie alles angefangen hat. Es ist eindrücklich, wie er in jungen Jahren aus der engen Schweiz ausbrach und als Reisepionier die Welt bereiste. Seine Erfahrungen, die er mit nach Hause brachte, waren die Basis für den Start zu einer ungeplanten und unkonventionellen Unternehmerkarriere.

Auch Andreas Hutter, erfolgreicher Veranstalter von Vortragstourneen, Fotograf und Autor, hat das Reisevirus im Blut. Er berichtet in der Reportage «Beruf: Abenteurer», wie er in den vergangenen fast 30 Jahren hartnäckig seine Ziele verfolgte, die ungewöhnlichsten Abenteuerreisen und Expeditionen anpackte und erfolgreich durchführte.
Der Schlüssel seines Erfolgs: Der Eigenwillige hörte immer mehr auf sich selbst als auf andere und vertraute vor allem seinen eigenen Erfahrungen.

Die zwei ungewöhnlichen Lebenswege haben eine Gemeinsamkeit: Am Anfang stand eine unbändige Neugier auf die Welt, der Drang, das Unbekannte hinter dem Horizont zu erkunden. Die freie Entfaltung dieses Entdeckergeistes war Voraussetzung für das Gelingen, doch dazu brauchte es Mut, denn das Weltentdecken passte damals nicht in einen klassischen Lebenslauf. Die beiden ahnten wohl, dass man gegen den Strom schwimmen muss, um zur Quelle zu gelangen.

Herzlich
Andy Keller

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